Ich bin der Meinung, dass..

… Politiker und Mediziner vorsichtiger sein sollten mit Prognosen über Verlauf und Ende der Corona-Pandemie. Professor Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), überraschte am vergangenen Montag mit seinem "vorsichtigen" Optimismus. "Die neuen Fallzahlen geben Hoffnung, dass die Einschränkungen wirken und sich die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt", sagte er. Das RKI sehe einen Trend, dass "die Wachstumskurve etwas abflacht". Solche Statements geben zwar Zuversicht, verunsichern die Menschen aber auch. Sie können sogar dazu führen, dass die beschlossenen Regeln nicht mehr ernst genommen werden, da manche davon ausgehen, dass sie ohnehin bald gelockert werden. Deshalb sollten solche gut gemeinten Durchhalteparolen besser unterbleiben. Zumal wenn sich die positive Einschätzung des Professors mit einer kleinen Datenpanne beim RKI erklären lässt. In der Statistik waren wohl noch nicht alle Zahlen vom Vortag eingearbeitet. Mittlerweile ist der Experte zurückgerudert. Es könne derzeit keine Aussage darüber getroffen werden, wann die bestehenden Einschränkungen wieder gelockert werden könnten. Die Epidemie werde sicher noch Wochen im Land bleiben, so Wieler am Mittwoch. Von einer Trendwende kann in der Tat keine Rede sein. Die Zahl der Infektionen in Deutschland stieg zuletzt innerhalb eines Tages um 5000 auf 40.000. Bislang starben mehr als 230 Menschen.
Es ist dennoch richtig, jetzt schon über die Zeit nach der Corona-Epidemie nachzudenken. "Die Frage, wie wir diesen Krisenmodus wieder verlassen, wird jeden Tag wichtiger", sagte Spahn am Mittwoch im Bundestag. Meiner Ansicht nach muss über Lösungen nachgedacht werden, wie öffentliches Leben auch in Krisenzeiten Schritt für Schritt wieder zugelassen werden kann. So massiv eingeschränkt wie unser Alltag im Moment ist, kann die Situation jedenfalls nicht länger als höchstens noch zwei Wochen bleiben. Corona wird uns vermutlich noch sehr lange beschäftigen, aber man kann nicht alle Maßnahmen so weiterführen wie man sie jetzt gestartet hat. Mit dem gigantischen Hilfspaket, das am Mittwoch im Bundestag beschlossen wurde, kann es gelingen, viele Unternehmen vor der drohenden Insolvenz und viele Menschen vor der Arbeitslosigkeit zu bewahren. Damit wird es aber nicht erledigt sein. Es wird nach der Krise noch ein Konjunkturprogramm notwendig sein, um die Belebung der Wirtschaft zu fördern. Wilfried Hub