Ich bin der Meinung, dass...

… wir in der jetzigen Situation wirklich dankbar sein sollten, eine Kanzlerin wie Angela Merkel zu haben, die die schwierige Lage klug und nüchtern analysiert. In ihrer bemerkenswerten Fernsehansprache machte sie den Menschen Mut, redete uns ins Gewissen, forderte Solidarität, verbreitete aber keine Angst. Es sei ernst. Sie bezeichnete die Corona-Krise als größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Botschaft ist klar und unmissverständlich: Wir können das schaffen und wir werden das auch schaffen. Aber wir müssen alle mithelfen. Jeder einzelne hat seine Aufgabe, die er mit dem nötigen Ernst, aber auch mit etwas Gelassenheit annehmen muss. Nur gut, dass die ganzen Rechtsaußen-Schreihälse innerhalb und außerhalb der CDU, die Merkel lieber heute als morgen politisch entsorgen wollen, sich bislang nicht durchsetzen konnten. Es gibt genug Beispiele, dass es auch anders und sehr viel schlechter laufen kann. Donald Trump und Boris Johnson zeigen sehr eindrucksvoll, dass sie, wenn's ernst wird, politisch nichts zu bieten haben. Bundesregierung und Sächsische Regierung machen einen guten Job. Das schafft Vertrauen. Ich bin froh, dass Rechtspopulisten und Rechtsextreme, anders als in anderen Ländern, bei uns nicht an Regierungen beteiligt sind.
Unser größtes Problem derzeit: Die Regierung hat den Ernst der Lage erkannt - und sie will handeln. Rasche Hilfen sollen die Folgen der Pandemie für Arbeitsplätze und Einkommen abmildern. Aber die Menschen haben es noch immer nicht begriffen, was im Moment auf dem Spiel steht. Wir müssen uns an die Einschränkungen halten. Alles, was Menschen gefährden könnte, müsse reduziert werden, sagte die Bundeskanzlerin. "Wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand halten." Es sei "existenziell", das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren. Wenn ich aber sehe wie die Leute in der Sonne sitzen und kuscheln und überhaupt nicht daran denken, die Regeln zu befolgen, ist eigentlich klar, auf was das hinausläuft. Daran kann auch Merkels nochmaliger Appell nichts ändern. Man kann ihr nur noch raten, den Shutdown zu machen. Nur mit einer Ausgangssperre kann man diesen unbegreiflichen Wohlstandstrotz beenden. Die vielen unvernünftigen Menschen haben nicht verstanden, dass wir es selbst in der Hand haben, wie wir durch die Krise kommen. Bis jetzt ist offen, wie viele Menschen an dem Virus sterben werden. Die Trotzköpfe übersehen, dass sie mit ihrem Verhalten nicht nur die eigene Gesundheit in Gefahr bringen, sondern auch die der anderen. Und sie gefährden unseren Wohlstand. Wilfried Hub
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