Ich bin der Meinung, dass...

… wir es selbst in der Hand haben, wie wir durch die Corona-Krise kommen. Wenn wir uns an das halten, was die Gesundheitsexperten empfehlen und was von der Regierung zum Teil auch schon angeordnet wurde, können wir die schlimmste Phase vielleicht schon in einigen Wochen überwunden haben. Es liegt an uns, ob wir in Deutschland italienische Verhältnisse bekommen. Da die Zahl der Infizierten nach wie vor rasch ansteigt, geht es darum, die Maßnahmen schnell umzusetzen. Wir müssen alles tun, dass sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Und doch gibt es noch immer Menschen, auch in Entscheidungsfunktionen, die versuchten, die Lage zu verharmlosen. Das ist unverantwortlich und egoistisch. Es geht nämlich nicht nur um uns, die eine Erkrankung vielleicht ganz gut verkraften können. Es geht um Alte und Kranke, für die das Virus tödlich sein kann.
Mit 22.000 Infizierten und mehr als 1800 Toten ist Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land in Europa. In den Krankenhäusern sollen sich dramatische Szenen abspielen. Da das Gesundheitssystem in Italien schon zusammengebrochen ist, können manche Schwersterkrankte nicht mehr behandelt werden und müssen sterben. Sterbende sollen sich per Telefon von ihren Angehörigen verabschieden. Mir geht es nicht darum, Angst zu machen. Ich will nur eindringlich davor warnen, die Pandemie auf die leichte Schulter zu nehmen. Hören Sie nicht auf die Leute, die das Thema herunterspielen und die eingeleiteten Maßnahmen als Hysterie oder Panikmache einfach abtun. Seien Sie entspannt und gelassen, aber nehmen Sie die Gefahr ernst. "Bleiben Sie daheim" - so der Appell der Gesundheitsexperten. Nur drei Gründe rechtfertigen, die eigenen vier Wände zu verlassen: um arbeiten zu gehen, Lebensmittel einzukaufen und anderen zu helfen. Spaziergänge und Sport an der frischen Luft sind natürlich möglich, aber nicht in Gruppen, sondern alleine oder mit denjenigen, mit denen Sie zusammenleben.
Deutschland wird in den nächsten Tagen auf Notbetrieb heruntergefahren. In einigen unserer Nachbarländer ist dies bereits geschehen. Ja, die Schulen werden geschlossen, aber es gibt Betreuung. Ja, Läden werden geschlossen, aber die Versorgung ist sichergestellt. Ja, es wird keine Möglichkeit mehr geben, Veranstaltungen durchzuführen und ja, es gibt auch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Das ist hart für uns alle. Keine Frage. Aber es ist vermutlich die einzige Möglichkeit, die Folgen der Corona-Pandemie weiter im Griff zu haben und unser Gesundheitssystem am Laufen zu halten. Wilfried Hub