Ich bin der Meinung, dass...

… die Ablehnung des Deutschen Bundestages, angesichts der katastrophalen Zustände in Griechenland 5000 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufzunehmen, falsch war. Am Mittwoch fand ein entsprechender Antrag der Grünen keine Mehrheit. Es geht dabei um Hilfe für unbegleitete Kinder, Schwangere, allein reisende Frauen oder schwer traumatisierte Menschen. Die Abgeordneten warten auf eine europäische Lösung und wollen "keine falschen Hoffnungen wecken". Offensichtlich haben alle Angst, eine Flüchtlingswelle wie 2015 könnte sich wiederholen. Vor allem Politiker der SPD betonten, dass sie zwar für eine solche humanitäre Notmaßnahme wären, aber nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Es ist unmenschlich, in der aktuellen Situation, in der sich die Lage im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland dramatisch verschärft, Menschen in größter Not die Hilfe zu verweigern. Viele Städte und Kreise sind bereit, besonders Schutzbedürftigen zu helfen. Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther erklärte sich bereit, minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Auch Thüringen und Baden-Württemberg bieten an, sich um Kinder und Jugendliche zu kümmern. Sogar Innenminister Horst Seehofer zeigt sich nun überraschend offen für den Vorschlag der Grünen. Vor einigen Wochen hatte er dies noch als "nicht hilfreichen Vorschlag" abgelehnt. Forderungen nach einem gemeinsamen EU-Gipfel helfen nicht weiter, wenn eine schnelle humanitäre Notmaßnahme nötig ist. Die EU ist in der Flüchtlingspolitik seit Jahren gespalten. Eine europäische Lösung ist trotz aller Bemühungen nicht in Sicht. Deshalb wäre eine humanitäre Geste Deutschlands richtig. Wilfried Hub