Ich bin der Meinung, dass...

… Panikmache bei der Bekämpfung des Coronavirus natürlich ein Fehler ist. Da hat die Sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) schon recht. Im Freistaat gibt es bislang aber auch nur einige Verdachtsställe. Diese Menschen befinden sich in häuslicher Isolation. Nachgewiesen wurde der Erreger (noch) bei keinem Patienten. Das ist gut. Doch man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es auch bei uns infizierte Patienten gibt. Wir haben noch etwas Zeit, um darüber nachzudenken, wie wir dann mit der Situation umgehen werden. Nicht medizinisch, da sind wir vermutlich gut aufgestellt, aber politisch. Ob bei einer stärkeren Verbreitung des Virus Verbote und Abriegelungen wie in China in unserer offenen Gesellschaft möglich sind, ist fraglich. China ist eine Diktatur, in der Anweisungen von oben leicht durchgesetzt werden können. Doch Italien ist keine Diktatur und dennoch wurden dort sehr drastische Maßnahmen umgesetzt. In Norditalien sind mehrere Städte abgesperrt, niemand kommt rein oder raus. Dort gibt es für die Bevölkerung eine Ausgangssperre, die von der Militärpolizei überwacht wird. Es wird darüber nachgedacht, die Grenzen dicht zu machen. Trotz massiver Schritte stieg die Zahl der Infizierten weiter. Mittlerweile werden erste Infektionen aus Österreich gemeldet. Die Zahl der Todesopfer in Italien steigt rasant.
Den bislang einzigen wirklich dramatischen Corona-Fall in Deutschland meldet Nordrhein-Westfalen. Dort schwebt ein vergleichsweise junger Mann in Lebensgefahr. Der 47-Jährige war mit den Symptomen einer schweren Lungenentzündung ins Kreiskrankenhaus eingeliefert worden, wurde aber kurz danach in die Uniklinik Düsseldorf verlegt. Er wird künstlich beatmet. In seinem Wohnort Heinsberg wurden Kitas und Schulen vorsorglich geschlossen. Ein Krisenstab forderte die Bürger auf, von Besuchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen vorerst abzusehen. Es soll hier keine Angst verbreitet werden, aber es ist auch falsch, die Seuche auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Italiener werden schon wissen, warum sie derart drastische Maßnahmen für nötig erachten. Wie werden unsere Politiker reagieren, wenn die Fachleute striktes Durchgreifen fordern? Es ist kaum vorstellbar, dass auch bei uns ganze Städte unter Quarantäne gestellt werden. Aber wer will es ausschließen? Das hätte unabsehbare Folgen für die Wirtschaft. Doch auch unser demokratischer Staat wäre notfalls zu massiven Eingriffen berechtigt. Wilfried Hub
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