Ich bin der Meinung, dass...

… Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Berufung von Marco Wanderwitz zum Ostbeauftragten der Bundesregierung eine gute und kluge Entscheidung getroffen hat. Der 44-jährige Chemnitzer wechselt als Parlamentarischer Staatssekretär vom Innenministerium ins Wirtschaftsministerium, wo das Amt des Ostbeauftragten angesiedelt ist. Der einzige Sachse in der Regierung wird künftig die Interessen der östlichen Bundesländer vertreten. Im Vogtland ist Wanderwitz kein Unbekannter. Dass Plauen Modellstadt wurde und für künftige Bauinvestitionen vom Bund eine Förderung 25 Millionen Euro erhält, die vom Freistaat mit weiteren 25 Millionen Euro Zuschüssen ergänzt werden, ist ganz wesentlich das Verdienst von Wanderwitz. Er ist seit einigen Jahren Lebensgefährte unserer direkt gewählten CDU-Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas. Im April 2019 wurde der gemeinsame Sohn Jacob geboren. Yvonne Magwas hatte Plauen als Modellstadt vorgeschlagen. Wanderwitz ist häufig im Vogtland unterwegs.
Er hat Erfahrung im Umgang mit strukturschwachen Räumen. Als Staatssekretär im Innenministerium war er zuständig für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung sowie für den Bereich Heimat. Es ging ihm darum, dass die Leute in Ost und West, in Stadt und Land gut leben können. Seine neue Aufgabe ist ähnlich. Jetzt geht es darum, gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West zu schaffen.
Da der Osten auch 30 Jahre nach der Einheit immer noch hinterher hinkt, wird er sehr dicke Bretter bohren müssen. Infrastruktur, öffentliche Arbeitsplätze und Forschungseinrichtungen in schwächere Regionen zu bringen, sei eine Aufgabe die Jahre und Jahrzehnte dauern werde, sagt Wanderwitz. Und er weiß, dass es strukturschwache Regionen nicht nur im Osten gibt: "Der Osten ist immer noch strukturell schwach mit Wachstumsinseln, während der Westen strukturell stark mit Inseln der Schwäche ist."
Der Jurist ist seit 2002 im Wahlkreis Chemnitzer Land/Erzgebirge direkt gewählter CDU-Bundestagsabgeordneter. Er gehörte in den ersten Jahren zu den "jungen Wilden" im Parlament. Wanderwitz machte öfter mit streitbaren Vorschlägen auf sich aufmerksam. So schlug er auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor, Griechenland sollte seine Inseln privatisieren, wenn das Land seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könne. 2012 forderte er, Kinderlose müssten eine Sonderabgabe fürs Sozialsystem leisten. Mittlerweile ist er ruhiger geworden. Deutliche Worte findet Marco Wanderwitz aber immer noch. Er zeigt klare Kante gegen die AfD und übt Kritik auch an Parteifreunden, die sich nicht klar von der AfD und rechten Positionen abgrenzen. Seine Aufgabe sei auch, den Leuten, vor allem im Osten, den Spiegel vorzuhalten. Seine klare Haltung gegenüber der AfD dürfte neben seiner persönlichen Eignung auch ein Grund gewesen sein, warum sich die Bundeskanzlerin für ihn entschied. Wilfried Hub