Ich bin der Meinung, dass...

… die Mehrheit bei der Ablehnung eines Tempolimits von 130 km/h auf deutschen Autobahnen langsam aber sicher bröckelt. Laut aktuellen Umfragen (Deutschlandtrend) spricht sich die Mehrheit der Befragten für ein Tempolimit aus. Jetzt hat auch der ADAC seine jahrzehntelange strikt ablehnende Haltung aufgegeben. Der Automobilclub, der 21 Millionen Autofahrer vertritt, ist "nicht mehr grundsätzlich" gegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Schlagzeilen in den Medien wie "ADAC lenkt bei Tempolimit ein" oder "ADAC rückt vom Nein zum Tempolimit ab" waren zwar etwas vorschnell formuliert. Aber es bewegt sich etwas. Ein Tempolimit war für den mächtigen Club nie ein Thema gewesen. Man sah den ADAC mit seiner bislang strikten Ablehnung stets an der Seite von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Jetzt hat der Club zwar keine Kehrtwende vollzogen, wie manche allzu gerne behaupten. Er legt sich in der Frage nach wie vor nicht fest, wünscht sich aber eine Versachlichung der Debatte. Und der ADAC hat Recht: Die emotional und polarisierend geführte Diskussion führt zu nichts. Den Club mit falschen Interpretationen zu vereinnahmen, wie es Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) jetzt tut, hilft auch nicht weiter. Die Auswirkungen eines Tempolimits müssen dringend in einer umfassenden Studie geklärt werden. Nur eine sachliche Untersuchung kann eine belastbare Entscheidungshilfe sein. Der "gesunde Menschenverstand", wie Schulze meint, genügt jedenfalls nicht. Aber man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, wo die Reise hingeht. Zwar waren die Grünen vor kurzem im Bundestag gescheitert, ein Tempolimit durchzusetzen. Aber es wird kommen. Und zwar schneller als manche glauben. Meiner Ansicht nach ist das auch richtig so. Nicht nur wegen Klimaschutz. Experten bezweifeln, dass allein mit Tempo 130 jährlich zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Aber wegen der Verkehrssicherheit. Alles spricht dafür, dass mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung die Zahl der schweren Unfälle mit Todesfolge verringert werden kann. Das reicht als Begründung. Wilfried Hub