Ich bin der Meinung, dass...

… es für Plauen und die Region sehr gut ist, wieder einen Abgeordneten mit direktem Zugang zur Staatsregierung zu haben. In der Vergangenheit war es der langjährige Abgeordnete Frank Heidan, der als Mitglied der CDU-Fraktion in Ministerien und Landesbehörden seine Gesprächspartner hatte. Das half, manches für Plauen zu bewegen. Jetzt heißt unser Mann in Dresden Gerhard Liebscher (Bündnis 90/Grüne), der nachrückte, weil ein gewählter Abgeordneter seiner Partei in der neuen Regierungskoalition Staatssekretär wurde und deshalb sein Mandat niederlegen musste. Liebscher hatte bei der Landtagswahl im September den Einzug ins Parlament um einen Sitz knapp verfehlt.
Liebscher ist in Plauen kein Unbekannter. Als Chef der Vosla GmbH war der Diplom-Ingenieur aus Baden-Württemberg ein wichtiger Gesprächspartner in vielen Gremien. In der Kommunalpolitik hatte seine Stimme Gewicht. Das ist so geblieben. Auch in Dresden ist er schon heute bestens vernetzt. Er ist nicht nur bei den Grünen als Wirtschaftsexperte anerkannt. Auch Politiker anderer Parteien schätzen seine Kompetenz. Er ist ein Querdenker, der stets nach pragmatischen Lösungen für die Probleme sucht. So war das auch schon bei Narva und Vosla, wo er Verantwortung für mehrere hundert Mitarbeiter hatte. Ihm gelang in schwierigen Verhandlungen der Ausgleich zwischen den Interessen des Unternehmens und der sozialen Verantwortung, die ihm sehr wichtig war. Für ihn standen die Mitarbeiter im Mittelpunkt. Nachdem neue Eigentümer seine Linie nicht mehr mitgingen, zog er sich langsam zurück. Dass Vosla bis heute als erfolgreiches Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt, ist ganz wesentlich sein Verdienst. Wichtige Innovationen gehen auf seine Initiative zurück.
Mit 64 Jahren ist Liebscher sicherlich keiner der jüngsten in seiner Partei. Und doch gehört er zur neuen Generation der Grünen. Er fährt eher selten mit dem Fahrrad zu seinen Terminen und ist eher Feinschmecker als Müsli-Konsument. Er hält nichts von Symbolpolitik, sondern will bewegen und verändern. Den grünen Bundesvorsitzenden Robert Habeck findet er gut. Wie dieser, kann auch Liebscher um Kompromisse ringen. Er lässt sich aber nicht verbiegen. Er sagt, was er denkt und geht Konflikten nicht aus dem Weg. Kompromisslos ist er beim Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. Bei Demonstrationen gegen Rechtsextremismus stellt er sich in die erste Reihe. In Plauen will er mithelfen, die Berufsakademie zur Dualen Hochschule zu entwickeln. Die Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum liegt ihm ebenso am Herzen wie der Radwegebau. Für ihn wichtige Voraussetzungen, um dem Klimawandel nachhaltig zu begegnen. Aufgrund seiner Kompetenz und seiner Fähigkeit, auch komplizierte Sachverhalte rhetorisch schnell auf den Punkt zu bringen, wird er in der Landeshauptstadt schnell eine wichtige Rolle spielen. Wilfried Hub