Ich bin der Meinung, dass...

… wir Autofahrer jetzt endlich wissen wo für uns die Reise hingeht. Das zum Ministerium von Svenja Schulze (SPD) gehörende Umweltbundesamt (UBA) hat jetzt einen Forderungskatalog zum Erreichen der Klimaziele im Verkehr vorgelegt. Nach Einschätzung der Dessauer Behörde sind drastische Einschnitte nötig. Alle Steuerprivilegien etwa für Dienstwagen und Dieselkraftstoffe müssten wegfallen. Gefordert werden ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen, eine höhere Lkw-Maut, die komplette Abschaffung der Pendlerpauschale und deutlich höhere Spritpreise. Diesel könnte pro Liter um 70 Cent teurer werden, Benzin um 50. Eine Tankfüllung würde also 25 bis 35 Euro mehr kosten. Ein Ausgleich sozialer Härten wird vom UBA aber zugestanden. Viele Maßnahmen sollen nach Ansicht der Behörde noch in dieser Legislaturperiode beschlossen oder wenigstens auf den Weg gebracht werden. Ziel der Vorschläge ist es, das Verkehrsaufkommen in Deutschland zu verringern und Anreize für klimafreundlichere Verkehrsmittel zu setzen. Das Entsetzen ist groß. Der ADAC, Vertretung von mehreren Millionen Autofahrern, spricht von einem ideologischen Feldzug gegen das Auto. Das Umweltbundesamt kann sich eine so starke Begrenzung des CO2-Zielwertes für Pkw vorstellen, dass es "nahezu einem Zulassungsstopp für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gleichkäme". Die Behörde schätzt selbst ein, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen "erhebliches Konfliktpotenzial zwischen Politik, Industrie und Verbrauchern" bergen. Davon ist auszugehen. Die Folgen solcher Maßnahmen für die Wirtschaft, insbesondere für den Arbeitsmarkt, sind unabsehbar. Es kann aber auch nicht richtig sein, dass die weltweiten Klimaprobleme vor allem auf dem Rücken der deutschen Autofahrer ausgetragen werden. Tragisch, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der stets die Interessen der Autoindustrie und der Autofahrer vertritt, derzeit angeschlagen ist. Er wird Umweltministerin Schulze nicht stoppen können. Wilfried Hub