Ich bin der Meinung, dass...

… die Debatte um den Neubau der Tourist-Info mit Informations- und Dokumentationszentrum (IDZ) in Plauen sehr stark an das Hick-Hack um den Standort des Spitzenzentrums, damals noch Innovationszentrum "Plauener Spitze", vor etlichen Jahren erinnert. Auch damals sollte es unbedingt ein Neubau an der Nobelstraße unweit des Vogtlandmuseums sein. Die Planung war schon sehr weit vorangeschritten. Es gab schöne Zeichnungen, meines Wissens sogar ein Modell des Gebäudes. Vor allem Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer war damals dafür gewesen. Die Nähe zum Museum war ihm wichtig. Doch plötzlich kam einer auf die Idee, ich glaube es war Bernd Stubenrauch, dass der Standort nicht gut sei, weil er so gar nichts mit der Plauener Industriegeschichte zu tun habe. Das Weisbachsche Haus wurde vorgeschlagen und natürlich erst mal abgelehnt. Dann kam heraus, dass das geplante Gebäude an der Nobelstraße eigentlich viel zu klein sei. Am Ende war der Stadtrat fürs Weisbachsche Haus und da wird das Spitzenzentrum jetzt auch seine Heimat finden. Auch beim Spitzenzentrum gab es lange Zeit kein inhaltliches Konzept. Das verzögerte das Vorhaben gewaltig. Es wurde nur über den Standort diskutiert.
Beinahe wäre es jetzt wieder so gekommen. Die Pläne standen bereits in mehreren Ausschüssen auf der Tagesordnung. Doch das Grummeln wurde immer lauter. Vor allem die CDU-Fraktion im Stadtrat hat wohl Probleme mit dem im Bauausschuss ausgehandelten Kompromiss. Jetzt trat Oberdorfer auf die Bremse. Wohl auch um den gleichen Fehler nicht wieder zu machen. Erst soll ein Betreiberkonzept erstellt werden und in einem halb Jahr dann weiter über den Standort geredet werden. Eine sehr kluge Entscheidung.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man nicht so schnell neu bauen soll. Es sollte erst geprüft werden, ob nicht auch vorhandene, teilweise leerstehende städtische Immobilien genutzt werden können. Tourist-Info und IDZ müssen nicht zusammen in einem neuen Gebäude an der Melanchthonstraße untergebracht sein. Die"alte" Tourist-Info im historischen Rathaus ist bestens geeignet. Und für das IDZ scheint das ehemalige Brandschutzamt nach wie vor am besten geeignet. Schon bei den Planungen zum Wendedenkmal vor über zehn Jahren wurde der Standort an der Nobelstraße ins Gespräch gebracht. Schon damals hielt man den Standort für höchst glaubwürdig, weil sich im Oktober 1989 dort sehr viel abgespielt hatte. Schließlich standen dort die Einsatzfahrzeuge. Der legendäre Wasserwerfer könnte dort gut ausgestellt werden. Fördermittel wird es für beide Standorte geben. Wenn das IDZ von den Gästen aus nah und fern angenommen wird, wovon auszugehen ist, darf man nicht erwarten, dass an einem kombinierten Standort allzu große Synergieeffekte entstehen. Die Mitarbeiterinnen der Tourist-Info werden keine Zeit haben, Besucher fachmännisch durchs IDZ zu führen. Wilfried Hub