Ich bin der Ansicht, dass...

… die Bahn dank GDL und Weselsky, der einen Streik nach dem anderen ausruft, gerade genug Probleme hat. Und jetzt auch noch die neue Ansage aus Berlin, die 3G in Fernzügen zur Pflicht machen will. Das heißt, wer nicht geimpft, genesen oder negativ getestet ist, darf die Bahn nicht mehr benutzen. Noch ist nichts entschieden und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine solche Regelung wirklich kommt und dann auch noch der Kontrolle durch die Gerichte standhält. Die Kanzlerin ist dafür, mehrere Ministerien dagegen. Darunter auch das Gesundheitsministerium. Ich kann es gut verstehen, dass die Politik den Ungeimpften so deutlich wie möglich die Konsequenzen ihrer Impfablehnung vor Augen führen möchte. Die Teilhabe am öffentlichen Leben soll den Verweigerern erschwert werden, um sie vielleicht doch noch zum Impfen zu bewegen. Dass man nicht ins Restaurant oder zu Veranstaltungen darf, ist nicht schön, aber zu verkraften. Doch das Bahnreisen so massiv einzuschränken, klingt schon sehr nach Impfzwang. Man kann Menschen nur mit Argumenten überzeugen, aber nicht mit Schikanen.
Die Deutsche Bahn hat bereits wissen lassen, dass sie die Kontrolle einer solchen Maßnahme nicht für möglich hält. Sollte die Überprüfung beim Einsteigen erfolgen, würde es zu großen Verzögerungen kommen. Das ist für jeden Außenstehenden sofort einleuchtend: Bei der Bahn geht es um Minuten. Die Fahrpläne könnten nicht mehr eingehalten werden, Verspätungen, wären vorprogrammiert. Chaos entsteht. In den Zügen könnten Kontrollen nur von den Schaffnern durchgeführt werden. Das ist aber nicht deren Job. Die Zugbegleiter sind keine Polizisten, die einfach mal so hoheitliche Aufgaben übernehmen können. Wieder einmal bastelt man in Berlin an einer Verordnung, deren Umsetzung kein bisschen durchdacht ist. "Es gibt Regelungsbedarf und Schwierigkeiten bei einer möglichen Realisierung", befürchtet auch das Innenministerium. In den ersten drei Corona-Wellen hat die Bahn bereits bewiesen, dass sie nicht zu den Pandemietreibern gehört. Dank der Disziplin der Fahrgäste und der maßvollen Ansprache durch das Zugpersonal wurden nur wenige Infektionen registriert. Das Tragen von Masken und die Kontaktnachverfolgung in Zügen sind zumutbar. Abstände einhalten sowieso. Aber Kontrollen, die über das Checken der Fahrkarten hinausgeht, eben nicht. Im Übrigen gibt es in den Fernzügen, leider anders als in den Schulen, Filteranlagen, die die Luft nach Auskunft der Bahn alle sieben Minuten austauschen. Was soll das ganze also? Wilfried Hub