Hunderte Plauener demonstrieren gegen Neonazi-Aufmarsch

Vertreter von Gewerkschaften, Parteien sowie Bürger haben am Samstag in Plauen gegen einen so genannten Trauermarsch von Rechtsextremisten protestiert.

Plauen - Hunderte Teilnehmer versammelten sich bei den verschiedenen Kundgebungen quer über die Innenstadt verteilt. Auch eine Menschenkette wurde gebildet und zu einer Mahnwache kamen Plauener an der Pauluskirche zusammen. "An den verschiedenen Aktionen nahmen rund 700 Demonstranten aus dem demokratischen Spektrum teil.

Ungefähr ähnlich viele Beamte aus der Region, aus Leipzig und Chemnitz waren präsent. Nach unseren Recherchen nahmen am Trauermarsch etwa 170 Rechte teil, aus der Region, anderen Teilen Sachsens und aus Oberfranken. "Wir als Polizei sind mit dem Verlauf des Aktionstages sehr zufrieden", sagte Polizeisprecher Jan Meinel dem Vogtland-Anzeiger. Die Neonazis zogen von 13 Uhr an durch Plauen.

Die Hauptkundgebung des Runden Tisches fand auf dem Albertplatz statt. Mit Plakaten, Transparenten und Trillerpfeifen sorgten die Teilnehmer für lautstarken Protest. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden darüber, dass alle Aktionen weitgehend friedlich verliefen. Traurig sei es aber gewesen, dass sich weniger Menschen als im vergangenen Jahr beteiligten.

Hintergrund der Aktionen ist der Jahrestag der Zerstörung Plauens im Zweiten Weltkrieg. Rechtsextremisten versuchen, ähnlich wie in Dresden oder Chemnitz, das Gedenken alljährlich für ihre Zwecke zu nutzen. Bei einem Luftangriff auf Plauen im April 1945 waren etwa 890 Menschen ums Leben gekommen. va

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