Hunde ziehen im Oberen Vogtland blutige Spur

Erschossen hat ein Jäger am Wochenende zwei wildernde Hunde. Sie töteten mehrere Hasen und ein Meerschweinchen. Dazu rissen die Tiere zwischen Markneukirchen und Eubabrunn mehrere Hasenställe auf.

Eubabrunn - Als könnten sie keiner Fliege etwas zuleide tun, befanden sich Samstagvormittag zwei fremde Hunde im Grundstück von Claudia Rosinsky in der Waldstraße Eubabrunn. Selbst einst Besitzerin von Hunden, blieb die Mutter von vier Kindern zunächst gelassen, als sich das Bild auf dramatische Weise ändert. "Hab mich im Umfeld noch erkundigt, wem die Tiere gehören könnten. Dann sah ich plötzlich das Schlachtfeld vor unserem Hasenstall", erzählt die Eubabrunnerin. Sechs Hasen und Meerschweinchen Max hatten die Tiere getötet, zerfetzt und überall verstreut. "Es waren unsere Schmuse-Hasen, die waren kuschelzahm", ist nicht nur Anna entsetzt und traurig.

Zunächst rief die Eubabrunnerin den Tierarzt, nachdem sie ihre Kinder ins Haus geschickt hatte. Der verwies an die Polizei. Über die Rettungsleitstelle wurde Erlbachs Bürgermeister Klaus Herold verständigt. "Ob ich veranlassen könne, dass zwei Hunde eingefangen und ins Tierheim gebracht werden, wurde ich gefragt", berichtet der Bürgermeister mit hörbar brüchiger Stimme. Er weiß noch nicht, dass er bald eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen hat. Als er vor Ort eintrifft, die toten Hasen sieht und sich herausstellt, dass die Hunde bereits eine blutige Spur hinterlassen haben, greift er zum Telefon.

Nach Angaben der Polizei lagen mehrere Anzeigen von Hasenbesitzern vor. So töteten die Hunde an der Erlbacher Straße in Markneukirchen vier Hasen, in Erlbach am Lindenplatz fünf Hasen, bevor sie in Eubabrunn zunächst auf dem Gelände des Museums um den Hasenstall schlichen, von dort vertrieben wurden, dann aber gleich gegenüber wüteten. "Ich versuchte zunächst noch, über das Veterinäramt ein Betäubungsgewehr zu bekommen. Gefahr war in Verzug. Die Situation konnte sich zuspitzen. . .", ringt der Bürgermeister nach Worten, ist er doch selbst Hundebesitzer. Doch blieb letztlich die Entscheidung ihm allein auferlegt.

Ein hinzugerufener Jäger erschoss die Tiere. Sie wurden ins Gemeindeamt gebracht. Am heutigen Montag werde er das Veterinäramt informieren, das weitere Vorgehen abwarten, so der Bürgermeister. Er gehe nicht davon aus, dass die Tiere Tollwut hatten. "Sie machten einen gepflegten Eindruck. Das große Tier ähnelte einem Kampfhund, der kleinere Hund war wohl ein Mischling." Sie trugen weder Halsband noch Hundemarke.