Hunde attackieren Kinder in Plauen

Der achtjährige Quentin hat die Attacke zweier Hunde im Plauener Neubaugebiet überstanden - mit fünf Bisswunden und zum Glück ohne Tollwut-Infektion. Am Sonntag wurde er nach zwei Tagen aus dem Helios-Klinikum entlassen. Doch die Angst bleibt: "Ich möchte nicht mehr alleine rausgehen."

Plauen - "Es waren für uns alle schlaflose Nächte. Mein Mann und ich möchten den Rettern, dem Rettungsdienst, dem Plauener Klinikum und den engagierten Polizisten von Herzen danken", sagt Quentins Mutti, Yvonne S.. "Es hätte ja auch ganz anders ausgehen können: Die Hunde hätten meinem Sohn ins Gesicht beißen können."

Am Freitag, kurz vor 16 Uhr, waren zwei große Mischlingshunde auf ihren Sohn und seinen elfjährigen Freund Jonas losgegangen: Die Jungs spielten Fußball auf einer Wiese bei der Montessorischule im Chrieschwitzer Hang, als ein Mann mit den nicht angeleinten Hunden vorbeiging. Plötzlich stürzten die Mischlingshunde los, beide mit langem Fell und groß wie Schäferhunde.

Der kleine Quentin wurde am meisten malträtiert: Fünf Bisswunden - Ellenbogen und Lendengegend waren besonders betroffen. "Ich hatte ganz sehr Angst. Wir sind gerannt und die Hunde hinterher. Als ich gefallen bin habe ich versucht mich zu wehren", sagt Quentin.

Sein Freund versuchte zu helfen und wurde selbst angegriffen. Als die Sanitäter eintrafen, zitterte er und stand unter Schock. Beide Jungs kamen ins Krankenhaus, Quentin musste bis Sonntag bleiben. "Jetzt sind wir froh, dass er wieder zu Hauses ist", sagt die Mutter.

Sie dankt allen, die Schlimmeres verhindert haben: Erziehern und Eltern der Montessori-Schule, Nachbarn aus den Wohnblöcken und Roger Gallas, der den Hundebesitzer festgehalten hat bis zum Eintreffen der Polizei. "Ich kann es nicht verstehen, dass sich der Täter hinterher davon stehlen wollte, ohne sich um die verletzten Kinder zu kümmern", ärgert sich Mutter Yvonne noch heute.

Die 35-Jährige berichtet im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger von ihrer Angst, dass die Hunde Tollwut übertragen haben. "Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Aber wie wir erfahren haben, waren die Hunde nicht gegen Tollwut geimpft gewesen. Auch dazu gab es keine Entschuldigung von dem unverantwortlichen Hundehalter."

Gegen den Mann läuft eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das teilte die Polizei noch am Freitag mit auf Anfrage unserer Zeitung. Gerüchte sagen, der polizeibekannte Mann befindet sich derzeit in psychiatrischer Behandlung. Dazu nahm die Polizei am Sonntag keine Stellung. Die beiden Mischlingshunde befinden sich nach Informationen des Vogtland-Anzeigers im Tierheim am Galgenberg.