Humboldt hätte mitgetanzt

Plauen - Zum 21. Mal jährte sich der Tag der Wiedereröffnung des Malzhauses. Im Kulturzentrum gab die Mannheimer Band Mardi Gras BB einen großen Blumenstrauß bunter Melodien ab und brachte das Publikum ins Wogen.

 

Der berühmte deutsche Naturforscher und Alexander von Humboldt hätte sicher mitgetanzt bei geschlossenen Augen wie das hübsche Mädchen mit Tuch im Haar, welches wie nicht wenige andere Besucher den Steinfußboden des Kellergewölbes zu einem wogendem Schiffsparkett herträumte. Kein Wunder - den satten Sound zu einer imaginären Reise im 18. und 19. Jahrhundert rund um unsere einst noch unberührte Erde ließen fast ein Dutzend wunderbar eingespielte Musiker erklingen. Sie setzten ihr aktuelles Set "Von Humboldt Picnic" als Formation Mardi Gras BB kraftvoll-souverän in einer Mischung aus Jazz, Funk, Folklore, Weltmusik und Chanson live um. Die Mannheimer Combo kam als feine Reisegesellschaft einer fernen Zeit daher.

 

Die Mannsbilder trugen schicke Klamotten wie aus einem Abenteuerfilm um Jules Vernes, lackierte Schuhe, feine Mützen, Anzüge, Westen, weite Hosen, glänzten mit gegelten Haaren, mancher mit Turban gar und ihre Instrumente - meist Blasinstrumente - blitzten blank im Scheinwerferlicht. Besonders Frontmann Jochen "Doc" Wenz strahlte Ruhe, Eleganz, ja beinah Arroganz aus, die aber wohl tat, so lässig gerieten die Rhythmen und seine Gesänge zur Gitarre, und die Ohren nahmen die vielschichtigen, gut inszenierten klanglichen Themen berauscht auf.

 

Doc zückte in den Pausen ein Notizbuch, um aus den Aufzeichnungen des Forschers auf großer Tour zu schwelgen. Mal tönte dann sanft eine Balalaika, mal zitierte eine Sitar das ferne Asien, mal wippten arabische Grooves, um von französischer Chansonatmosphäre abgelöst zu werden. "Doc" Wenz und sein Trupp gelang eine herrliche Hommage an Alexander von Humboldts beim musikalischen Bogenspannen von Frankreich, Afrika, Südamerika bis zum Orient.  F. Blenz