Hugo Egon Balder ab vom Trubel in der Provinz

Der in deutschen Landen bekannte TV-Mann Hugo Egon Balder erschien recht unspektakulär. So wie der Produzent, Schauspieler, Schriftsteller und Moderator am Dienstagabend in Auerbach seinem Auto entstieg, stand er wenige Minuten später auch auf der Bühne der Göltzschtalgalerie.

 

Ohne aufwändige Maske, ohne edles Kostüm, locker und lässig. Hugo Egon Balder kam auf Einladung des XIX. Festival Mitte Europa in die Vogtland-Stadt und war dazu extra aus Köln angereist. Via Airport Dresden, nonstop ins Vogtland und nach seinem Auftritt zurück in das Edel-Hotel am Taschenberg in der sächsischen Landeshauptstadt.

"Ich bin zum ersten Mal im Vogtland. Toll, was ihr hier für eine schöne Waldlandschaft genießen könnt", stellte Hugo Egon Balder anerkennend fest. Der bekennende Großstadtjunkie, "ich bin in Köln, Hamburg, Berlin zuhause", genoss es sichtlich, einmal in der tiefsten Provinz zu gastieren. Mit einer coolen Sonnenbrille auf der Nase, schaute er sich kurz die Galeriebühne an, schlürfte einen Kaffee im Stehen, dampfte zwei Zigaretten vor der Tür des Hauses und legte schließlich los.

Hugo Egon Balder präsentierte zwei seiner schriftstellerischen Werke. Rund 130 Zuschauer kamen dabei in den Genuss einer Lesung der ganz besonderen Art. Los ging es mit dem aktuellen Buch "Ich habe mich gewarnt". Der 60-Jährige analysierte darin ohne Umschweife sein nach eigenen Worten zügelloses Leben. "Ich bin und bleibe ein Kasper, Frauen waren dabei stets meine Mitspieler", stellte Balder fest. Zur Zeit sei er das vierte Mal verheiratet. "Doch die Sache wackelt schon wieder. Ich lass mich immer in olympischen Abständen scheiden", so Balder. Gnadenlos ging der bekannte Fernsehmann mit sich selbst ins Gericht. "Wo ich bin ist immer die Mitte, dass halten meine geliebten Frauen nicht lange aus", betonte der Lebemann sarkastisch.

Ernster und tiefgründiger zeigte sich Hugo Egon Balder dann im zweiten Teil der Festival-Mitte-Europa-Lesung. In seinem Buch "Bullshit im Universum" nahm Balder dabei die in vielen zweifelhaften Veröffentlichungen angekündigten Wunder aus Magie und falschen Wunschversprechungen unter die Lupe. "Es gibt einen Haufen Publikationen, die sich mit solchem Mist beschäftigen. Ich will meine Leser warnen. Das ist alles absoluter Quatsch", so Balder. Am Ende seiner Lesung bekam der Schauspieler und Schriftsteller Hugo Egon Balder von seinem Auerbacher Publikum jede Menge Beifall. Freundlich und locker erfüllte er alle Autogrammwünsche, plauderte im Foyer des Hauses unkompliziert mit seinen Gästen und gab schließlich noch eine extra Zugabe: Auf Einladung von Galeriechefin Romy Koglin setzte sich Balder im Proberaum des Hauses an das Schlagzeug einer dort ansässigen Jugendband und trommelte los. "Als langjähriger Drummer mache ich gern einmal Musik. Klasse, dass ihr Auerbacher mich hier mal an das Instrument lasst", freute sich Balder.