Hütehund reißt Schaf in Rößnitz

Rößnitz bei Plauen: Ein Mann fand am Dienstag zwei Hunde in seinem Garten - und ein totes Schaf. Was ist passiert?

Rosenbach/Rößnitz - "Als ich am Dienstagnachmittag zu meiner Koppel rübergegangen bin, verhielten sich die Schafe ganz anders", sagt Roland Kropfgans aus Rößnitz. Grund waren zwei Hunde, von denen sich einer innerhalb des Gatterzauns befand und sich etwas abseits hielt. Ein zweiter stand vor dem Gatter; es waren allerdings keine Rottweiler, wie die Polizei mitgeteilt hat - und dennoch Respekt erheischende Tiere.

"Zweifelnd bewaffnete ich mich mit einer Gabel, aber dann verließ mich der Mut und ich habe die Polizei um Unterstützung gebeten. Die waren auch bald da und zogen Beschäftigte aus dem Tierheim Kandelhof zu Rate", schildert er den Fortgang gegenüber dem Vogtland-Anzeiger.

Das Einfangen der Hunde war nicht so einfach. "Es zog sich hin, bis wir sie im Auto hatten", beschreibt Eva Hoyer vom Tierheim die Aktion. Inzwischen sind der Kangal (Türkischer Hütehund) und der Boxer im Tierheim und man versucht, die Besitzer ausfindig zu machen.

Nach dem Abzug der Hunde konnte sich Kropfgans um seine fünf Schafe kümmern. Eins von ihnen hatte der Kangal gerissen. Das Schaf hatte eine offene Bauchwunde und war bereits verendet. Die anderen vier Schafe sperrte er vorsorglich in den Stall.

"Seit etwa zehn Jahren sind die Kamerunschafe mein Hobby und der Verlust stimmt mich ein wenig traurig. So ein Vorkommnis ist ja kein alltägliches Ereignis. Seitdem ich Tiere halte ist mir so etwas noch nicht untergekommen. Und wenn die Besitzer der Hunde ein wenig Rückgrat haben, werden sie sich bei mir melden", meint der 70-Jährige im Gespräch.

Erstaunt ist er über den Angriff des Kangals allerdings, denn nach seinem Wissen ist es gerade die Rasse, die zur Abwehr von Wolfsangriffen zum Herdenschutz ausgebildet wird.