Hündin nach neun Tagen zurück

Viele Plauener fieberten eine Woche mit dem ausgebüchsten Chihuahua-Mädchen Finni. Neun Tage irrte die Hündin durch halb Plauen. Am Sonntag wurde er mit Hilfe einer Pettrailerin eingefangen.

Von Cornelia Henze

Plauen Durchs Geschirr gezwängt und beim Gassigehen ihrem Herrchen entwischt - das passierte vor neun Tagen. Der ältere Herr hatte den Hund gerade zwei Tage, frisch erworben von Chihuahua-Züchterin Kerstin van Eyck. Das Glück währte für ihn nur kurz. "Wir geben dem Herrn keine Schuld. Finni ist eine sehr temperamentvolle Hündin, und sie hatte es bisher nicht einfach", sagt die Züchterin, bei der das Tier nun wieder lebt. Mit 14 Monaten, Finni war gerade dem Welpenkorb entwachsen, gaben die Plauener Züchter die Hündin an eine Frau in Ostsachsen. Wenn man gewusst hätte, welche Tragödien sich dort für den jungen Hund abspielten, hätte man ihn nie und nimmer dort hin vermittelt. Finni lebte größtenteils in der Box, beim Gassigehen wurde der Hund nie gesichtet. Als die Frau später ihre Wohnung abfackelte, und den Hund in andere Hände gab, holten die Züchter das Tier wieder heim. Der zweite Versuch mit einem neuen Herrchen fing nun ebenso mit Aufregung an. In der vergangenen Woche irrte Finni im Radius von zwei Kilometern in Plauen umher. Ohne Rast und ohne Fressen. Kerstin van Eyck machte in den sozialen Netzwerken mobil, informierte Feuerwehr und Tierheim Kandelhof, rief dazu auf, die Augen aufzuhalten und bat um Benachrichtigung, sobald der Hund gesichtet werden würde. Gesehen haben ihn viele: Im ganzen Chrieschwitzer Hang, An der Total-Tankstelle, am Bauhaus und Elsterpark und in dem gegenüberliegenden Wäldchen. Doch die scheue Finni ließ sich einfach nicht fangen.
Unter Anleitung der Geraer Pettrailerin Katja Culbertsohn wurde eine Duftspur ausgeträufelt - "gebraut" wurde aus Leberwurst und Knochen eine deftige Fleischbrühe. Auch eine Lebendfalle hat man aufgestellt. Am Sonntag dann der Erfolg. "Finni ist uns fast weinend in die Arme gelaufen", so die Züchterin. Das Stromern hat aber deutliche Spuren bei der Hündin hinterlassen. Ausgehungert und abgemagert, übersät mit Zecken und Flöhen, wurde das Leichtgewicht gestern dem Tierarzt vorgestellt. Mit viel Liebe und "Astronautenkost" wird der Hund nun aufgepäppelt.