Hübsche Maid und Bruder Hein

Der Schweizer Ueli Dubs (Jahrgang 1953) stellte in der Schösserstube von Schloss Voigtsberg seinen Kunstband "Der Tod und das Mädchen" vor, das den Untertitel trägt "Eine Analogie mittels Objekten zum Umgang mit dem eigenen Tod".

Im Gespräch mit Museumsleiterin Tina Reitz in der aktuellen Ausstellung gleichen Themas gab der Autor Einblick in sein Leben, das ihn als Banker nach New York und auf zwei Weltreisen geführt hatte. Begonnen, jedoch nicht abgeschlossen habe er das Studium der Kunstgeschichte. Er könne es jedem nur ans Herz legen, erklärte Dubs - "jegliche Form von Kreativität ist es wert, ausgelebt zu werden". Dies befolgend hat sich der Schweizer, mit handwerklichen Fähigkeiten begabt, einen ausgefallenen Schmuck-Skulpturen-Ring patentieren lassen. Als Dichter bevorzuge er die strenge Form des Sonetts. Im Kunstband vereinigt er die Abbildungen seiner Objektkunst mit Gedichten von Al Imfeld, einem verstorbenen Freund. "Ich schreibe mehr, als ich lese, und ich lese viel", sagt Dubs von sich. Was trieb den Schweizer nach Oelsnitz? Er habe den Vorteil, nicht von Kunst leben zu müssen. Wichtig sei es aber, sich dem Publikum zu stellen, zum Beispiel auf Vernissagen. Ein seinem ursprünglichen Zweck entfremdetes Trafohäuschen diene ihm als Galerie.
Im Thema der Ausstellung auf Schloss Voigtsberg ziehe ihn der Gegensatz von Strengem und Frivolen an. Humor sei für ihn die Voraussetzung, "sich ernsthaft mit dem eigenen Vergehen zu beschäftigen". "Auf den Umgang mit dem Tod sind die meisten von uns nicht vorbereitet", hat Dubs erfahren. Eine Ursache dafür ist für ihn die Atomisierung menschlicher Verhältnisse in der Kleinfamilie - Kinder haben keine Erfahrung mehr mit dem Tod - die separierten Alten sterben im Pflegeheim. Stilvoll gestaltet hatte der Schweizer seinen Ausflug aufs Schloss der Vögte mit zwei Freunden per Motorrad. Die drei chromblitzenden Maschinen waren wie einst die Rösser im Burggraben abgestellt. Die beiden Mitreisenden, von denen einer das Benzin spendiert hatte, gaben zugleich das einzige Publikum. Aufgrund der Corona-Situation war die Ankündigung des Vortrags erst unmittelbar vor dem Termin erfolgt. Jan Windisch von der Kultur Gmbh hat ein Video des Gesprächs aufgenommen. Es soll dieser Tage unter dem Titel "Hübsche Maid mit Bruder Hein" bei Facebook und Youtube einsehbar sein. Das Buch ist in der Ausstellung erhältlich. Renate Wöllnber