Hotelbranche in Plauen im Aufwind

Plauen - Geht es der Wirtschaft besser, profitieren davon auch die Plauener Hoteliers. Sie blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück. Die Belegung der Betten konnte kräftig gesteigert werden. Und auch für dieses Jahr sieht es bereits sehr gut aus.

 

Die Hotelbranche in Plauen entwickelt sich derzeit prächtig: Pensionen und Hoteliers sowie die Jugendherberge "Alte Feuerwache" in der Innenstadt melden steigende Übernachtungszahlen. Besonders gut sei das letzte Jahr gelaufen. Der Tourismusverband Vogtland spricht sogar vom bislang besten Ergebnis seit den letzten sechs Jahren.

Von Januar bis Dezember 2010 sind mehr als 55 000 Ankünfte und knapp 103 200 Übernachtungen registriert worden, sagt Verbandschef Michael Hecht dem Vogtland-Anzeiger. In beiden Bereichen gab es starke Zuwächse. Im Vergleich zu 2009 konnten demnach die Ankünfte um mehr als 19 Prozent und die Übernachtungen über 21 Prozent gesteigert werden. Der Tourismusverband bekommt monatlich die Zahlen von 19 Unterkunftsbetriebe in Plauen gemeldet. Ausgewertet werden alle Gasthäuser ab neun Betten. Insgesamt werden somit in der Spitzenstadt 961 Betten rund um die Uhr angeboten. Die Auslastung aller angebotenen Betten lag im letzten Jahr durchschnittlich bei rund 30 Prozent. Im Schnitt bleiben Gäste in Plauen etwa zwei Tage.

Die positive Entwicklung kommt nicht plötzlich und sei seit einigen Jahren bereits spürbar, meint Hecht. So hätte es auch bereits 2009 gute Zahlen gegeben. Den deutlichen Sprung 2010 führt der vogtländische Tourismusexperte vor allem auf den gestiegenen Geschäftsreiseverkehr zurück. Das scheinbare Ende der Wirtschaftskrise und die gute Entwicklung der Plauener Unternehmen schlagen sich demnach auch in den Zahlen wieder. Gestiegen sei aber auch leicht der klassische Tourismus in der Stadt.

Beispielhaft sei die Zusammenarbeit zwischen mehreren Plauener Hotels, sagt Hecht. Auch dies trage zu dem positiven Gesamtergebnis bei. So werden gemeinsam Veranstaltungen und Aktionen wie beispielsweise der Plauener Spitzenbrunch auf dem Theaterplatz organisiert. Auf der Webseite der Stadt Plauen gibt es zudem eine zusammen erarbeitete Übersicht über Tagungsmöglichkeiten. Außerdem gibt es regelmäßige Hotelstammtische. "Es war für uns ein sehr gutes Jahr", sagt Hoteldirektorin Alexandra Glied vom gleichnamigen Hotel auf der Bahnhofstraße. Das Vier-Sterne-Haus konnte 2010 nach eigenen Angaben einen Zuwachs von etwa zehn Prozent erreichen. "Es wächst von Jahr zu Jahr." Besonders viel Energie werde in Marketing und die persönliche Kundenbindung investiert. Auch die Angebote würden regelmäßig überarbeitet werden. So gibt es unter anderem seit diesem Jahr ein neues und übersichtlicheres Buchungssystem auf der Internetseite. Zimmer sind nachgerüstet worden und auch die Hausbar bekam eine Erneuerung, heißt es. Es werde darauf geachtet, dass man im laufenden Betrieb nicht veraltet. Die Gäste schätzen vor allem die Individualität und die Sauberkeit des familiengeführten Hauses, meint die Hotelchefin. Aber auch die gute geografische Lage der Stadt sei nicht zu verachten.

Von den aktuellen Vorbuchungen zeichnet sich ab, dass auch das laufende Jahr laut Glied recht gut werden könnte. Diesen Trend bestätigt auch Hotelchef Philipp Veigele vom Dormero Hotel am Theater. "Wir hatten 2010 ein fenomenales Jahr." Die Auslastung im Vier-Sterne-Superior Haus hätte bei durchschnittlich etwa 70 Prozent gelegen. Eine Steigerung im Vergleich zu 2009 um rund zehn Prozent. Vor allem mehr Geschäftsreisende übernachteten im Hotel. "Man merkt, dass die Wirtschaft wieder aufwärts geht." Veigele, der zu den jüngsten Hotelchefs in Deutschlands gehört, gibt sich optimistisch und prognostiziert für dieses Jahr einen weiteren Aufschwung.

"Die Region muss sich nicht verstecken." Das Potenzial der Stadt und des Vogtlandes sei längst noch nicht ausgereizt, sagt Veigele. Freche und frische Impulse wünscht er sich für die Vermarktung der Angebote. So könne man das Thema Freizeit noch weiter vertiefen.

Etwas differenzierter sieht die Entwicklung in der Plauener Hotelbranche Udo Gnüchtel vom Parkhotel auf der Rädelstraße. Die Zahlen seien vor dem Anstieg auch deutlich gesunken, so der Hotelchef. Rund fünf Prozent nach oben gingen die Übernachtungszahlen 2010. "Wir hatten einen schlechten Start." Der kalte und schneereiche Februar habe Gäste gekostet, sagt Gnüchtel. Das Hauptgeschäft seien die Geschäftskunden. Urlauber würden sich eher weniger im Hotel verirren. Die Steigerung wurde bereits genutzt, um nötige Investitionen im Haus zu tätigen. Auch im Parkhotel ist wie bei allen befragten Hotels der Trend weiter positiv.