Honig fließt zum Imkertag

In China hat man es schon geschafft und hier und da Bienen ausgerottet. Aber für rund ein Drittel unserer Nahrungsmittelmenge sind die fleißigen Insekten direkt verantwortlich, erfuhren die Besucher des Imkertages in Landwüst.

Landwüst - Wie wichtig die Bienen sind, erklärte beim Imkertag am Sonntag im Museum Landwüst Rolf Schallau, selbst Imker und Mitarbeiter im Natur- und Umweltzentrum Oberlauterbach. Wie Scheherazade aus 1001 Nacht berichtete er den Zuhörern im Bienengarten an der Schaubeute immer wieder neue und geradezu unglaubliche Geschichten aus dem Leben der Honiglieferanten, so dass sich um ihn zeitweise Menschentrauben bildeten.

Im Freigelände drehte sich ebenfalls alles um die Biene, die sich in ihrem 35-tägigen Leben förmlich totarbeitet. So offerierten Friedhold Lindner und Alexander Vajes von den Vogtlandwerkstätten Greiz in Naitschau verschiedene Modelle von Beuten nebst Zubehör, die dort von Behinderten unter Anleitung von Tischlern in bester Qualität hergestellt werden und bei Imkern überaus begehrt sind. Und da beim Umgang mit Honig die Finger klebrig werden, bot am Nebenstand Eva Martick von der Seifenmanufaktur Eschenbach Naturseifen aus Pflanzenölen feil, einige davon mit Honigzusatz als Pflegemittel.

Seife brauchten am Abend gewiss auch Hardy und Klaus Neudel aus Raun vom Imkerverein Adorf. Sie erklärten den Besuchern das Honigschleudern, während diese geduldig bis zu einer halben Stunde auf ihren frisch abgefüllten Honig warteten. Die Frauen der Imker sorgten währenddessen für Kaffee und süße Beköstigung in Form von Quark mit Früchten und jeder Menge Kuchen - natürlich alles mit Honig gesüßt.

Neu im "Programm" und sofort vergriffen war eine Erdbeer-Honig-Buttercremetorte. Aber auch Sekt mit Met und ähnliches war hier zu haben. Zum Imkertag erstmals dabei der Imkereifachhandel Heckels aus Oberhermsgrün mit allerlei Bienenprodukten und Imkereibedarf, wie Rauchgeräten oder Bekleidung. Hier konnte man sogar Wachskerzen ziehen, wobei das Ergebnis beim siebenjährigen Louis Thoß aus Plauen gutwillig betrachtet eher ein Alien-Kokon war.

Im Museumshof herrschte Volksfeststimmung bei Bier, Rostern und Musik von den Landlupern. Hier hatte auch die Buchhandlung Müller aus Markneukirchen ihren Stand. Neben Fachbüchern wie "Imkern Schritt für Schritt" gab es Kinderbücher - etwa über Biene Maja und andere. Und sogar die im Museum an diesem Tag zum Thema gezeigte DVD "More than honey" war zu haben. Absoluter Renner war ein DDR-Kochbuch in Originalausgabe. Kein Wunder, denn das soll heute mal einer nachmachen: Aus Nichts etwas Gescheites kochen.