Höre auf dein Herz, nutze jeden Tag

Oelsnitz - Einige Schicksalsschläge mußte Blaze Bayley, geboren 1963 als Baley Alexander Cook, in den letzten Jahren einstecken. Der frühere Sänger von Wolfsbane folgte dem Angebot von Iron Maiden, die Nachfolge des ausgestiegenen Bruce Dickinson anzutreten. Doch schon nach wenigen Jahren war Schluss.

 

Nicht nur die damaligen Stimmprobleme führten zum Ausstieg. 1999 gründete er seine eigene Band ,,Blaze". Brachte nach dem Debutalbum ,,Silicon Messiah" noch zwei weitere Alben auf den Markt. 2004 verließen ihn sämtliche Bandmitglieder, nicht zuletzt aufgrund persönlicher Probleme. Schon 2007 passierte Ähnliches mit der mittlerweile wieder neu aufgestellten Band. Ein totaler Neuanfang soll nun wieder Auftrieb geben. Im Juli 2008 erscheint ein neues Album ,,The Man Who Would Not Die". Im September 2008 verstirbt Bayleys Frau und Managerin der Band. Er lässt sich nicht unterkriegen. Ist ein Stehaufmännchen. Mit viel Herz und Biss ist er nun mit seiner neuen Band auf Tour. Der Wille und die Kraft spiegeln sich auch in Text und Musik des Albums wieder. Unsere Mitarbeiterin Stephanie Rössel traf den sympathischen Musiker und unterhielt sich mit ihm vor seinem Konzert im Oelsnitzer Schützenhaus.

 

Warst Du schon mal hier im Vogtland?

Ich war schon oft in Deutschland. Immer wieder durch Tourneen, wie oft weiß ich nicht. Immer in anderen Städten. Ich komme gerne her. Speziell hier in der Gegend war ich glaube ich noch nie.

In welchen Städten in Deutschland spielt ihr und wo führt Euch die aktuelle Tour noch hin?

In fünf deutschen Städten spielen wir. Gestern waren wir in Ingolstadt, dann sind wir im März noch in Hamburg, Hameln und Leonberg. Außerdem in der Schweiz, Niederlande, Tschechien, in Belgien, Polen, Russland, Norwegen, Schweden und einigen anderen Ländern. In Italien haben wir im Februar begonnen.

Wo wohnst Du wenn Du nicht auf Tour bist und woher kommen Deine Bandkollegen?

Wir sind multikulturell. Ich lebe nördlich von Birmingham. Gute Stadt übrigens, viele bekannte Leute kommen von da. Ozzy Osburne und Led Zeppelin zum Beispiel. Zwei meiner Bandkollegen kommen aus Kolumbien, unser Schlagzeuger aus Neuseeland.

Sind die Vorgruppen auf jedem Konzert die gleichen?

 

 

 

Nein. Nur ,,Rain" aus Italien begleitet uns die ganze Tour. Die anderen ein oder zwei Bands sind regionale Acts.

 

 

Ihr seit mit einem neuen Album auf Tour?

Ja, das stimmt. Eigentlich ist alles neu. Neues Album, neue Band, neues Label. ,,The Man Who Would Not Die" ist der Titel. Wichtig war uns, dass jeder aktiv an der Entstehung mitgearbeitet hat. Text und Musik, alles stammt von uns selbst. Es war egal wer was dazu beigetragen hat, Hauptsache es war gut. Dadurch ist auch ein eigenes kleines Plattenlabel entstanden. Blaze Bayley Recordings. Von dort aus wird alles gesteuert, auch Tickets und T-Shirts können darüber erworben werden. Wir haben unsere Linie etwas geändert. Wir wollen Back to the Routes. In so viel wie möglich Städten auf der ganzen Welt spielen. Musik steht an erster Stelle. Es ist unsere Passion und wir lieben es. Unsere treuen Fans sollen belohnt werden mit einer guten, professionellen Show. Mir ist es auch nicht wichtig, in teuren Hotels zu übernachten oder durch die Welt zu fliegen. Es gibt einen Tour-Bus und der bringt uns von Stadt zu Stadt.

Erzähl mir doch bitte etwas über die Entstehung von ,,The Man Who Would Not Die"...

In dem Album sind ganz persönliche Geschichten und Ansichten verarbeitet. Der erste Song mit dem gleichen Titel handelt von Problemen im Leben. Manche fühlen sich an wie kleine Tode die man stirbt. Aber Stärke und Wille stehen dagegen. Man darf nicht aufgeben, muss sich dem Tod verweigern. Andere Songs handeln von Erpressung oder davon, dass man für sein Recht und auch für seine Träume kämpfen muss und sollte. ,,While You Were Gone" ist meiner Frau gewidmet. Sie ist letztes Jahr gestorben und ich habe meine Gefühle in diesem Lied verarbeitet. In ,,A Crack In The System" geht es um Imigration. Nationen sollten miteinander agieren, nicht gegeneinander. So wie sich in unserer Band die Nationalitäten vereinen. ,,At The Ed Of A Day" soll zum Nachdenken anregen. Was habe ich erreicht wenn ich zurück schaue, welche Chancen habe ich, mein Leben zu ändern. Auch in den anderen Songs versuchen wir aufzurütteln. Mach was aus deinem Leben, höre auf Dein Herz, verfolge deine Ziele. Nutze jeden Tag. Das Album verfolgt eine Linie, den Kreis des Lebens.

Du warst Lead-Sänger bei Iron Maden, was verbindest Du mit dieser Zeit?

Es war eine aufregende Zeit. 1993 bis 1998 war ich bei Iron Maden. Ich habe zwei Alben mit ihnen aufgenommen, ,,X Factor" und ,,Virtual XI". Zwei Welttourneen haben wir in der Zeit gemacht. Es war toll und wir hatten Spaß rund um den Erdball. Aber auch nach dem Ausstieg bei Iron Maden möchte ich weiter kreuz und quer durch die Welt reisen. So wie gerade eben.