Höhere Standgebühren auf Plauener Weihnachtsmarkt

Bisher blieb die Stadtverwaltung auf fast der Hälfte der Kosten für den Weihnachtsmarkt sitzen. Das soll sich ändern - mittels Gebührenerhöhungen.

Plauen - Noch ist es ein Stück hin, bis der Weihnachtsmarkt wieder mit unverwechselbarem Flair und Gerüchen die Plauener in der Adventszeit auf den Altmarkt lockt. Was die Mitglieder des Finanzausschusses nicht daran hinderte, noch vor der Sommerpause über Änderungen zu diskutieren, die vor allem die Händler betreffen.

Eingangs machte Controllerin Gunhild Spranger darauf aufmerksam, das die letzte Gebührenänderung 2011 erfolgte - wohl auch eine der Ursachen dafür, dass die Kostendeckung für die Kommune im Vorjahr bei gerade mal 51 Prozent lag. Erträgen aus Standgebühren von 65.000 Euro standen Aufwendungen der Kommune (Ordnung und Sicherheit, sowie erstmals angebotene Kinderbetreuung) von 127.000 Euro gegenüber.

Das nun verkündete "Kampfziel": 80 Prozent.

Auch Menschen ohne Leistungskurs Mathematik kommen schnell dahinter, dass da vor allem an der Standgebühren-Schraube gedreht werden muss. Dafür sprechen in der Tat mehrere Gründe. Zum einen genieße der Weihnachtsmarkt inzwischen einen so guten Ruf, dass die Anfragen der Händler das Platzangebot übersteigen - ein "Einbruch" aufgrund ausbleibender Anbieter sei demnach nicht zu befürchten.

Zum anderen lägen die Gebühren in vergleichbaren Städten deutlich über denen in Plauen. Bisher, so Spranger, habe man nach Standort und Angebot unterschieden. Differenzierte Gebühren bezüglich des Standortes seien aber nicht mehr zeitgemäß, da die Frequenz der Besucher sowohl direkt auf dem Markt als auch der Herrenstraße Richtung Stadt-Galerie nahezu gleich sei.

Allerdings wolle man künftig stärker nach Angebot unterscheiden. Im Klartext: Am spürbarsten treffen die geplanten Erhöhungen die Anbieter von Speisen und Getränken, wohingegen beispielsweise die Händler erzgebirgischer Volkskunst und Ähnlichem weniger belastet werden sollen.

So soll der Grundbetrag pro Frontmeter und Tag für Warenhändler auf dem Altmarkt von bislang 8,70 auf 9,86 Euro angehoben werden, der für Imbissbetriebe mit Speisen und Ausschank alkoholischer Getränke von 10,88 auf 13,70 Euro. Zudem regte die Verwaltung an, die Gebührenerhöhung in zwei Schritten zu realisieren - zu gleichen Teilen in diesem und dem kommenden Jahr. Demnach betrügen die Gebühren für Volkskunstanbieter in diesem Jahr auf dem Altmarkt 1.368 Euro (bisher 1.224).

Am drastischsten fiele die Erhöhung für "reine" Glühweinhändler aus, die künftig mit 3.408 Euro (bisher 2433 Euro) dabei waren. Bekanntlich ist alles relativ - vor allem mit Blick auf die Gebühren in Leipzig, wo ein Glühweinhändler knapp 14.000 Euro löhnen muss. Auf die Tatsache, dass die Kaufkraft in Leipzig nicht mit der in Plauen vergleichbar ist, machte auch CDU-Stadtrat Tobias Kämpf aufmerksam. Er regte an, die Fläche des Weihnachtsmarktes zu erweitern um die Gebühren nicht zu hoch werden zu lassen und sprach sich für eine Dynamisierung der Gebühren aus.

Linken-Stadträtin Petra Rank regte eine Befragung der Händler nach einem Jahr an. Gerd Zeune, als Hut- und Mützenverkäufer jahrelang selbst auf dem Weihnachtsmarkt aktiv, brach naturgemäß eine Lanze für die Händler und deren hartes Brot, bei ungünstigen Wetterbedingungen Gewinn machen zu müssen. Kerstin Knabe (FDP/Initiative) und CDU-Stadtrat Hansjoachim Weiß waren sich fraktionsübergreifend einig, dass viele Händler, vor allem Glühweinanbieter, versuchen würden, die steigenden Gebühren auf die Kunden umzulegen.

Weiß plädierte dafür, das Thema nochmals im Wirtschaftsausschuss zu erörtern. Dem schloss sich Bürgermeister Steffen Zenner an, der zugleich zusagte, die vorgeschlagene Händlerbefragung, die stärkere Differenzierung nach Warenangebot und eine eventuelle Dynamisierung der Gebühren in einer Beschlussvorlage im Juni zu berücksichtigen.

Zudem hatte Zenner noch ein "Bonbon" parat. Über eine Eisbahn für die Plauener - noch in dieser Adventszeit - werde entschieden, ein Anbieter habe sich bereits gemeldet. Selten erhält ein Bürgermeister Anerkennung, wenn er Stadträte aufs Eis führt - diesmal schon.