Höhensteig erneut ausgezeichnet

In Klingenthal wohnt man dort, wo andere Urlaub machen. Etwa zum Wandern über Berg und Tal, wofür es zahlreiche reizvolle Routen von Zwota bis zum Aschberg gibt.

Klingenthal - Wären Herbert Roth und Waltraud Schulz nicht Thüringer sondern Vogtländer gewesen, liebevoll auch die "Waldstones" genannt, so hätten sie wohl die klingenden Täler statt des Rennsteigs besungen.
Eine schöne Gegend also, was bereits im Jahre 2007 auch der Präsident des Vogtländischen Wanderverbandes, Rolf Ebert, befand. Er hatte damals die Idee zu einem Rundweg um Klingenthal und Zwota, die vom Klingenthaler Wandersportverein und der Stadt gern aufgegriffen wurde.
Nach Beschilderung entsprechend den Vorschriften des Freistaates und weiteren Maßnahmen wurde dann 2008 beim Deutschen Wanderverband die Zertifizierung dieses Rundweges mit dem Namen "Höhensteig" beantragt, die 2009 mit der feierlichen Übergabe des Qualitätssiegels in Stuttgart bestätigt wurde. Seinerzeit besaß der Höhensteig als zweiter Qualitätsweg Sachsens nach dem Vogtland Panorama Weg eine Länge von 31 km, doch schon damals gab es Pläne zur Einbeziehung eines restlichen Teilstückes von 17 km auf dem Gemeindegebiet von Zwota. Heute besitzt der Höhensteig eine Länge von etwa 50 km.
Turnusmäßig erfolgen Überprüfungen, ob die zertifizierten Wanderwege noch den anspruchsvollen Qualitätskriterien entsprechen. Eine solche Nachzertifizierung fand jetzt statt, die der Höhensteig ein weiteres Mal erfüllte. Er verläuft fast ausschließlich auf den 800 bis über 900 Metern ansteigenden Gebirgszügen rund um das klingende Tal und zeichnet sich durch ungewöhnlich viele Aussichtspunkte und landschaftliche Schönheit aus.
Doch anders als 2017, als Oberbürgermeister Thomas Hennig die Urkunde zum "Höhensteig Klingenthal" auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart das begehrte Zertifikat des Deutschen Wanderverbandes aus den Händen von Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß erhielt, kam die Urkunde coronabedingt diesmal per Post.
Das Sachgebiet Kultur und Tourismus der Stadt hatte die aufwändige Antragstellung und Prüfung 2020 bearbeitet und freut sich nun, den erneut zertifizierten "Höhensteig Klingenthal" auch zukünftig als touristisches Highlight bewerben zu können. Der Höhensteig Klingenthal erhielt 2020 zusätzliche Aufmerksamkeit, als die Zeitschrift "Wanderlust" in ihrer Septemberausgabe ein mehrseitiges Portrait über den Rundweg unter dem Titel "Wanderparadies in der Musikhochburg" druckte, denn mit der Coronakrise rückten verstärkt deutsche Urlaubsziele in den Blick von Reiselustigen. Zuvor erwanderte sich den Höhensteig am 23. und 24. Mai vergangenen Jahres Dr. Günter Kast in Begleitung von Mitarbeitern des Sachgebiets Kultur und Tourismus. Der Weg führte den freien Journalisten nicht nur rund um das klingende Tal, sondern auch an markante Sehenswürdigkeiten wie die Rundkirche "Zum Friedefürsten", in das Musik- und Wintersportmuseum und den Wanderaussichtsturm "Otto Hermann Böhm". Die neue Zertifizierungsurkunde zum Höhensteig wird zukünftig öffentlich in der Tourist-Info im Museum ausgehängt. Dort gibt es auch einen Flyer mit Karte, der den Verlauf des Höhensteigs sowie weiterer ihn kreuzenden oder tangierenden Wanderwege insbesondere im Raum Zwota beinhaltet. Als nunmehr dritter Qualitätsweg führt auch der 289 km lange Kammweg durch Klingenthal, der von der Fachzeitschrift "Wandermagazin" für die Auszeichnung "Deutschlands schönster Wanderweg 2021" nominiert wurde. Die Abstimmung läuft online noch bis 30. Juni 2021. Doch schon die Nominierung des Wanderweges als einer von zehn Kandidaten gilt als Erfolg. Helmut Schlangstedt