Höhenrekord-Jagd mit Schneekette aus Oelsnitz

Die Schneekette Grizzly Snow Grip erlebt derzeit den medienwirksamen Einsatz auf Höhen-Rekordjagd bei einer Expedition in den chilenischen Kordilleren.

Oelsnitz - Die Grizzly Snow Grip GmbH im Oelsnitzer Industriegebiet Johannisberg hat die Trucks der "Rheinmetall MAN High Altitude Truck Expedition" mit Spezialketten ausgestattet. Die am 7. November gestartete Expedition mit Teilnehmern aus fünf Nationen hat sich zum Ziel gesetzt, die bisherige Höhenrekordmarke für Fahrzeuge zu verbessern.

Erreicht werden soll eine Höhe von mindestens 6690 Metern. Das scheiterte zwar bei den ersten beiden Anläufen an einer unüberwindbaren Felsbarriere und schlechtem Wetter.

Doch zeitgleich errichtete das Team um den Extremsportler und Offroad- Experten Matthias Jeschke die beiden weltweit höchsten Schutzhütten auf 6 100 Meter und über 5 200 Meter am Ojos del Salado (6890 Meter). Sie machen den Auf- und Abstieg am welthöchsten Vulkan sicherer. Bereits während des Aufstiegs hatte der HX 6x6 LKW zwei Bergsteigergruppen aus Höhen um 6000 Meter geborgen.

Der weiterhin gültige Höhenweltrekord für Trucks - ihn hat Jeschke 2014 aufgestellt - liegt bei 6675 Metern. Ein Reisetagebuch der Gruppe ist im Internet nachzulesen. Der Technologie-Konzern Rheinmetall und MAN sind neben weiteren Unterstützern Sponsoren der Expedition. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Grizzly Snow Grip? "Im März 2017 nahm Expeditionsleiter Matthias Jeschke Kontakt zu uns auf. Er war im Internet auf unsere Schneekette aufmerksam geworden", gibt Vertriebsleiter Andreas Kompa Auskunft.

Gebraucht wurde ein Schneeketten- Montagesystem für die beiden großen MAN Spezial-Trucks, das in der extremen Höhe, in der Menschen nur noch die Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit haben, leicht und schnell anzulegen ist - um die Belastung für den Körper zu verringern. "Es war eine Mammutaufgabe für uns, die uns zuerst skeptisch gestimmt hat. Wir haben uns dann zusammengesetzt und die Sache aus der Nähe angeschaut.

In dem kurz gesteckten Zeitraum von einem Vierteljahr gelang es uns dank der Spezialisten im Haus, auf der Basis unseres Systems einen komplett neuen Prototypen zu entwickeln, eine Kombination aus Schneekette und Gleitschutzvorrichtung", erzählt Kompa. "Durch die Kooperation mit den Konzernen hat das Vorhaben ein Ausmaß angenommen - besonders durch das überregionale Medien-Echo - dessen wir uns im Vorfeld nicht bewusst waren", ergänzt Geschäftsführer Sven Kölbel.

Äußerst flexibel sei das System durch den vormonierten Felgenring, an den so viele Kettenstränge angehängt werden können wie benötigt. Produziert wird im Mutter- Unternehmen K-Metall am Johannisberg 2.

Dort stehen 60 Mitarbeiter in Lohn und Brot. Grizzly Snow Grip wurde von K-Metall vor vier Jahren übernommen und fungiert heute als Vertriebs GmbH. Im Online Shop bietet die Firma das gesamte Spektrum von Schneeketten an - auch für Pkw - für letztere werden die Teile von Zulieferern bezogen.

Bereits im Dezember war das Sortiment ausverkauft, berichtet Kölbel. Zur Zeit werde nachproduziert mit vagen Aussichten wegen des Wetters. Mit rund 900 Satz Ketten pro Jahr sieht Kompa die Firma solide am Markt aufgestellt. "Wir wachsen gesund", sagt er. Wie hat sich die "bärenstarke Schneekette" im Höheneinsatz bewährt?

"Bisher funktioniert es", sagt der Vertriebsleiter. Eine genauere Einschätzung will Kompa nach dem Abschluss der Expedition treffen. Bis Ende Januar/Anfang Februar ist das Team, zu dem auch zwei Militärveteranen aus Großbritannien und Australien gehören, noch unterwegs. R.W.