Hochwasserflut wird umgelenkt

Wasserbausteine, bis zu 60 Kilo schwer, werden derzeit verbaut entlang der S 309 nördlich von Adorf auf einer Länge von 0,8 Kilometern. Das ist Teil einer Maßnahme zur Hochwasserschadensbeseitigung.

Von Marlies Dähn

 

Adorf Wind fegt über die Höhe am Abzweig Freiberg. Aprilwetter im März lässt dunkle Wolken aufziehen, schickt Regenschauer, Sonnenschein und inszeniert sogar noch einen Regenbogen zwischen Feld und Straße. Allen Wettern ausgesetzt, ackern gerade 19 wetterfest verpackte Männer der WTU GmbH, der Weischlitzer Tiefbau und Umweltschutz. Vom Maurer, Betonbauer bis zum Baumaschinist sind sie im Einsatz, um gewappnet zu sein, wenn in der Region Hochwasser droht, wie das Blitz-Hochwasser im Mai 2018.
Auch im Vogtland gab es erhebliche Schäden. Gut 27 Millionen Euro hatte das sächsische Kabinett danach locker gemacht für die Schadensbeseitigung. Eine der Maßnahmen ist die Ertüchtigung des Regenrückhaltebeckens im Talbereich an der S 309 gelegen. Entlang der großräumig ausgebauten Zubringerstrecke Richtung Grenzübergang Ebmath werden nun auch die Schnittgerinne mit Wasserbausteinen großzügig ausgebaut. Die neu entstehenden Gräben sind gut 40 Zentimeter tief, auf der Grabensohle rund einen Meter breit und weiten sich oben auf 1,80 Metern auf. Erweitert wurde auch der Durchlass der Zuläufe von 500 auf 600er-Rohre, gibt dazu WTU-Vorarbeiter Matthias Gruner Auskunft. Bis April soll die Maßnahme dauern. Man liege gut im Zeitplan, trotz unbeständiger Witterung. Im November war Baustart für die Maßnahme. Der relativ schneefreie Winter erlaubte ein zügiges Weiterbauen.
Auf die lang gezogene Baustelle werden gerade viele Vogtländer und Durchreisende aufmerksam. Denn wegen der aktuellen Vollsperrung der B 92 zwischen Adorf und Oelsnitz rollt der gesamte Verkehr über diese ausgeschilderte Umleitungsstrecke. Damit haben die WTU-Bauarbeiter einen vom Verkehr her hochfrequentierten Arbeitsplatz. Auf der dreispurig ausgebauten Strecke muss also noch bis Ende April mit deutlichen Verkehrseinschränkungen gerechnet werden. Teilweise ist die Geschwindigkeit auf 30 kmh begrenzt. Erhöhte Vorsicht und Rücksichtnahme ist geboten. Wie notwendig die Hochwasserschadensbeseitigung entlang der Strecke ist, zeigte sich allein schon beim Dauerregen am Mittwoch. "Da waren die Gräben voll mit Wasser", hat Matthias Gruner festgestellt. Für seine Männer war wegen der "Dauerschüttung" von oben, kurzzeitig Regenpause angesagt. Hochwasserwarnung gab es gestern übrigens für die Mulde, Alarmstufe eins erreichte der Pegel Rautenkranz. Im Tiefland steigt der Pegel der Flüsse sichtbar weiter. Hochwassergefahr bestehe allerdings aktuell nicht, laut Landeshochwasserzentrum Sachsen.