Hochwasser: Vogtländer müssen Häuser verlassen

Das schlimmste Hochwasser der letzten Jahrzehnte hält das Vogtland in Schach. Nahezu alle Flüsse und Gewässer in der Region sind durch die massiven Niederschläge der letzten Stunden über die Ufer getreten.

Greiz/Mylau/Plauen - Ausnahmezustand im Vogtland: Viele Menschen mussten am Sonntag wegen des Hochwassers ihre Häuser verlassen. Dramatisch ist die Situation in Greiz und Mylau sowie in allen Orten entlang von Göltzsch, Zwickauer Mulde und Weißer Elster. In Greiz steht die Neustadt unter Wasser und es herrscht Katastrophenalarm. Wie ein Sprecher des Krisenstabs sagte, schwappt das Wasser seit 16 Uhr an mehreren Stellen über den Deich. Der Wasserstand sei bis zum Abend auf 5,30 Meter geklettert. Einsatzkräfte begannen am Nachmittag damit, das Gebiet zu räumen. 70 technische Kräfte der Bundeswehr waren zudem in Ostthüringen angekommen, um die Helfer vor Ort zu unterstützen. Der aktuelle Wasserstand der Weißen Elster bei Greiz näherte sich am frühen Abend dem bisherigen Höchststand von 5,50 Meter aus dem Jahr 1954. Deutlich verschlechtert hatte sich die Situation ab den frühen Nachmittagstunden.

Der Pegel der Elster stieg auf Grund der seit dem Vormittag überlaufenden Talsperre Pirk rasant an. Es konnte kein Regenwasser mehr zurückgehalten werden. "Die Pirk ist nicht besonders groß. Hier kann durch die begrenzten Rückhalteräume nicht so viel Wasser aufgenommen werden", sagt Katrin Schöne von der Landestalsperrenverwaltung dem Vogtland-Anzeiger. Noch Platz sei in den Talsperren Dröda, Werda, Falkenstein und Muldenberg. Kritisch sei es dagegen an der Talsperre Pöhl. Wie es am Abend hieß, könnte die Pöhl in der Nacht ebenfalls überlaufen. "Es kommt darauf an, wie es regnet", so Schöne.

Schon am Mittag begann die Evakuierung von Bewohnern im Göltzschtal. In Mylau wurde die gesamte Innenstadt geräumt. Hier treffen der Seifenbach und die Göltzsch, für die schon am Morgen Alarmstufe 4 galt, zusammen. Dramatisch wurde es am Abend auch in Plauen. Nur noch Zentimeter trennten die Elster von der Grenze. Der Schwerpunkt hier lag bereits Stunden zuvor in Straßberg, Weischlitz und Kürbitz. Dutzende Ortsverbindungen und Bundesstraßen im gesamten Vogtland mussten im Verlauf des Tages gesperrt werden. In vielen Orten fällt heute die Schule aus. mar

Weitere Informationen

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