Hochwasser erinnert an die Jahrhundertflut

Das Hochwasser hat in Sachsen katastrophale Ausmaße angenommen. Dörfer und Städte versinken in den braunen Fluten. Politiker sichern den Menschen Hilfe zu.

Plauen - Elf Jahre nach der Flutkatastrophe von 2002 versinkt Sachsen wieder im Hochwasser. An 17 Pegeln war gestern Mittag die höchste Hochwasseralarmstufe 4 überschritten. Innenminister Markus Ulbig (CDU) rechnete nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage: "Das was kommt, wird uns noch einiges abverlangen."

Im Vogtland mussten seit Sonntag 750 Menschen in zehn Orten ihre Häuser vorübergehend verlassen. Mehr als 1650 Helfer waren im Hochwassereinsatz. Gestern entspannte sich die Lage an Bächen und Flüssen im Vogtland und dem Landkreis Zwickau nach Angaben der Polizei allmählich. Entwarnung könne aber noch nicht endgültig gegeben werden, heißt es auch aus dem Landratsamt des Vogtlandkreises, obwohl der Katastrophenalarm für die Göltzsch aufgehoben wurde. Während im Raum Greiz das Trinkwasser vor Gebrauch abgekocht werden solle, gebe es laut Jürgen Hadel vom Zweckverband Wasser/Abwasser Plauen keine Beeinträchtigung bei den Wasser aus Leitungen im Vogtland.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) haben gestern den Sachsen Hilfe zugesichert. "Die Bevölkerung kann sich darauf verlassen, dass wir alles tun, ihr die Lage zu erleichtern. Die Hochwasserkatastrophe ähnelt laut Tillich der Jahrhundertflut in Sachsen von 2002. "Wir haben eine sehr, sehr prekäre Situation, die durchaus mit der von 2002 vergleichbar ist."

Landesweit gilt in sieben Landkreisen und drei Städten Katastrophenalarm, viele Schulen und Kitas sind geschlossen, Straßen gesperrt. Tausende Menschen mussten bisher ihre Häuser und Wohnungen verlassen, weitere Evakuierungen werden vorbereitet. Allein im Landkreis Leipzig, wo die Weiße Elster und die Mulden über die Ufer traten, waren 6000 Menschen von den Evakuierungen betroffen.

In Dresden wird ein Pegelstand der Elbe von bis zu 9 Metern erwartet - fast so viel wie im August 2002 (9,40 Meter). Wann der Scheitel kommt, ist derzeit noch nicht absehbar. Inzwischen gibt es erste Spendenaufrufe für Hochwasseropfer, unter anderem vom DRK und der Landeskirche. va

Sonderseiten zum Hochwasser heute im Vogtland-Anzeiger