Hochspannungsleitung sorgt für Empörung

Zaulsdorf -  Die Envia plant eine 110-Kilovolt-Hochspannungsfreileitung zwischen den Umspannwerken Droßdorf am Oelsnitzer Industriegebiet Johannisberg und Falkenstein. Die Pläne sorgen allerdings für Widerstand.

 

Riesige Stahlgittermasten könnten bald in der Landschaft stehen, in der mit dem Radweg auf dem alten Bahndamm erst jüngst ein touristischer Anziehungspunkt geschaffen wurde. In der jüngsten Verbandsversammlung von Jägerswald informierte Verbandsvorsitzende Carmen Funke die Volksvertreter von dem Projekt.

Die geplante Trasse verläuft zum großen Teil über Jägerswalder Gebiet von Droßdorf/Altmannsgrün, Juchhöh, die Neumühle bei Theuma, Jahnsgrün bei Mechelgrün und weiter im großen Bogen bis Falkenstein. Handwerksmeister Arndt Doll, als Zaulsdorfer ein Bürger von Mühlental, nahm an der öffentlichen Versammlung als Gast teil. Er kritisiert das Vorhaben: "Unsere Energiekonzerne sind nicht auf der Höhe der Zeit. Man mutet den Bürgern Steinzeittechnologie zu." Doll und mehrere Anwohner haben eine Bürgerinitiative gegründet, deren Sprecher der Zaulsdorfer ist. Die Gruppe sei noch im Aufbau.

Die geplante Leitung führe an einigen Stellen in nächster Nähe von Wohnbebauung entlang. Gesundheitliche Gefahren durch elektromagnetische Felder, ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken, massive Landschaftszerstörung und damit einhergehend die Entwertung von Grundbesitz sieht Doll - dem selbst einige Flächen im betreffenden Gebiet gehören - im Gefolge der Hochspannunsleitung.

Die BI plädiere deshalb für die Verlegung eines Erdkabels. Argumente, dass diese Technik höhere Baukosten verschlingt, lässt Doll nicht gelten. Dafür gebe es bedeutend geringere Übertragungsverluste beim Strom, keine Gefahren durch Witterungseinflüsse, Landwirtschaft sei über einem Erdkabel ohne Einschränkung möglich. "Ich habe bis jetzt noch keinen Anwohner gefunden, der für die Freileitung ist. Ich nehme an, dass die Bürger von Altmannsgrün und der Juchhöh in der nächsten Gemeinderatssitzung in Tirpersdorf auf den Besucherplätzen sitzen und zur Fragestunde ihren Gemeinderäten und dem Bürgermeister sagen, was sie von dem Projekt halten", erklärt der BI-Sprecher. Wann sich die Tirpersdorfer Volksvertreter das nächste Mal treffen, steht noch nicht fest.

"Im Moment läuft das Vorverfahren, wir haben noch kein Planfeststellungsverfahren -in dessen Verlauf es dann auch zur Auslegung der Planungen kommen würde", informiert Verbandsvorsitzende Carmen Funke auf Anfrage. Sie habe soeben die Envia gebeten, eine Informationsveranstaltung für den Jägerswald zu organisieren, und das Projekt den Bürgern umfassend und kompetent vorzustellen. Mit der Antwort rechnet sie Anfang kommender Woche. Warum soll die Freileitung gebaut werden?" Funke: "Es geht um eine bessere Stromversorgung im Vogtland."  R. W.