Hochsaison für Weihnachten im Schuhkarton

Bei Gudrun Appel ist derzeit wieder Hochsaison. Im Gewölbe des Geilsdorfer Pfarrhauses stapeln sich die in buntes Weihnachtspapier eingewickelten Schuhkartons.

 

Bis zum Abgabeschluss am 12. November werden sich die Geschenke für Kinder in Not noch um ein Vielfaches vermehren. Längst hat sich "Weihnachten im Schuhkarton" zum Selbstläufer entwickelt. Wer helfen möchte, kann seine Gaben nicht nur im Geilsdorf Pfarrhaus abgeben. Zahlreiche Helfer, etwa in Pirk oder Reuth, gehen der Frau zur Hand. "Stammkunden" wissen, dass dort auch die entsprechenden Aufkleber und Hinweise zum Verpacken erhältlich sind.

Nach dem Abgabetermin treten die Gaben dann ihren Weg nach Moldawien, Rumänien, Polen, in die Ukraine, nach Georgien oder in den Kosovo an, werden unter bedürftigen Kindern verteilt und zum Weihnachtsfest garantiert strahlende Kinderaugen hinterlassen.

Die langjährige Aktion der internationalen christlichen Hilfsorganisation "Samaritan´s Purse" schwappte erst nach der Wende in die Neuen Bundesländer über. Gudrun Appel ist nun zum 13. Male dabei. "Im ersten Jahr hatte ich alle Hände voll zu tun", erinnert sich die Pfarrersfrau, damals die einzige Annahmestelle im Vogtland betrieben zu haben. "Etwa 450 Päckchen bekam ich zusammen." Mittlerweile werden die helfenden Hände immer mehr. Hygieneartikel, Schul- und Spielsachen, Bilderbücher, Socken, Mütze, Handschuhe oder Schal, auch ein T-Shirt, Süßigkeiten oder Haarspangen gehören zu den begehrten Gaben, die gut gemischt und neuwert sein sollten.

 

Die Kartons sollten mit buntem Weihnachtspapier verpackt sein - jedoch der Deckel und der Karton einzeln - und nur mit einem Gummiband verschlossen. So können die Geschenke später mühelos geöffnet werden, um für die Kinder die Weihnachtsgeschichte in der jeweiligen Landessprache beizulegen. "Manche Leute, besonders ältere, die kein Päckchen packen können, geben auch nur Geld", weiß Appel. Damit werden die Versandkosten beglichen. Unbedingt muss außen auf dem Karton noch vermerkt werden, für welches Alter die Sachen gedacht sind und ob ein Mädchen oder ein Junge Empfänger sein soll.

Immer wieder wird die Frau gefragt, ob die Pakete garantiert auch ihr Ziel erreichen. Dies sei ganz sicher, bestätigt sie voller Überzeugung. Die Kartons werden zuerst in größere Sammellager gebracht, sortiert und auf die Reise geschickt. Mittelsmänner in den einzelnen Regionen sorgen dafür, dass die Gaben wirklich den Bedürftigsten zukommen.  mam