Hitze lässt Kassen der Freibäder klingeln

Bei über 34 Grad Luft- und 26 Grad Wassertemperaturen zog es die Vogtländer am Wochenende an Seen und in Freibäder. Viele Schwimmmeister meldeten Besucher-Rekordzahlen.

Plauen - Wärmster Tag im Jahr 2013 war vergangener Samstag mit 34,7 Grad Celsius, meldet Harald Hutschreuther, der "Wetterfrosch" von der Klimastation Rodewisch. Von einer Tropennacht spricht er von der Nacht von Samstag auf Sonntag: Da war die tiefste Temperatur 23 Grad. Hutschreuther: "Unter einer Tropennacht verstehen Meteorologen eine Nacht, in der die niedrigste Lufttemperatur nicht unter 20 Grad fällt." Entgegen der Voraussage von Meteorologen toppte der Sonntag den Samstag nicht - es blieb am Sonntag um die 33 Grad. 1300 Leute kühlten sich am Samstag im Freibad Haselbrunn in Plauen ab - auch am Sonntag wollte man die 1000er Marke knacken. Nur die heißen Tage Anfang Juni bescherten dem Bad mit 1800 Tagesbesuchern noch mehr.

Bis 21 Uhr konnten in Haselbrunn die Gäste sich erfrischen. "Unsere Kasse geht gar nicht mehr zu", freut sich Schwimmmeister Bernd Claus vom Oberreichenbacher Bad. An beiden Wochenendtagen kamen etwa 1000 Gäste. "Wenn das Wetter so bleibt, laden wir nächste Woche zum Nachtschwimmen bis 23 Uhr ein", so Claus. Er hofft, dass die nächsten Wochen noch so bleiben, ist das Bad doch beim Juni-Hochwasser komplett abgesoffen. 610 Besucher am Samstag, 300 am Sonntag meldet der Elstergarten Oelsnitz. "Weil im Nachbarbad Triebel Badefest ist, kamen wohl nicht ganz so viel zu uns", so Kassiererin Jutta Eichhorn.

Aber die heißen Temperaturen brachten nicht nur (Bade)Freuden. 40 bis 60 Einsätze gingen bei der Rettungsleitstelle pro Wochenendtag ein. Besonders ältere Menschen trinken oft zu wenig oder kippen infolge der Hitze um. "Aber wir hätten mit mehr Einsätzen gerechnet. Möglicherweise haben sich die Leute gut auf die Hitzewelle eingestellt, haben sich ein schattiges Plätzchen gesucht, sich nicht zu sehr überanstrengt", sagt André Schramm, der nicht böse ist über einen normalen Dienst in der Leitstelle.

Im Tierpark Klingenthal ließ so manches Tier die Zunge raushängen. "Es gibt Tiere, die lieben die Hitze - so Storch und Affe, aber unsere Kaninchen hecheln ganz schön", sagt Tierparkleiter Dietmar Dörfel. Er und sein Team sorgten für immer gut gefüllte Trinknäpfe und ein ebensolches Badebecken für die Bären. Selbst an einem warmen Tag wie am Sonntag konnte der Tierparkleiter nicht über Gäste klagen. Nicht unzufrieden ist auch Lutz Müller vom Freizeitpark Plohn. Besonders die Mittsommernächte - immer samstags bis 23 Uhr - seien gut frequentiert. "Wer tagsüber noch im Bad ist, kommt abends, wenn es etwas kühler wird, zu uns in den Park", so Müller. Am Samstag erst vergnügten sich 100 Leute von einem US-amerikanischen Coaster-Club auf "El Toro". Cornelia Henze