Historische Villa wachgeküsst

Rico Swiatkowiak hat sich in der Bärenstraße einen Traum verwirklicht. Er hat die historische Villa eines Textilfabrikanten aufwändig saniert, ohne ihren jahrhundertealten Charme zu zerstören.

Von Karsten Repert

Plauen Wir schreiben das Jahr 1886. In Plauen lebten damals exakt 43.201 Bürger. Die Stadt hatte sich somit ab 1830 an von einer zuvor relativ unwichtigen Kleinstadt mit lediglich 8.311 Einwohnern zu einer beachtlichen Kommune entwickelt. Genau zu jener Zeit begann die Entwicklung der Plauener Spitze und so erlangte die spätere Spitzenstadt durch die Präsenz auf der Weltausstellung 1900 in Paris zu Weltruhm.
Textilfabrikant
war erster Besitzer

Zu den Textilfabrikanten jener Zeit gehörte auch die Familie Pessler, die in der Bärenstraße 2 eine schöne Villa errichten ließ. Genau diese tolle Immobilie lässt Rico Swiatkowiak derzeit sanieren. "Ich habe das Gebäude direkt von der Familie erworben und bin damit erst der zweite Besitzer", berichtet der Bauherr. Mit seiner Familie konnte Swiatkowiak bereits in diesem Jahr einziehen, weil die Handwerker trotz Coronapandemie im Zeitplan blieben und wirklich erstklassige Arbeit abgeliefert haben.
"Ich wollte gern im Zentrum wohnen und habe ab 2014 aktiv nach einer geeigneten Immobilie gesucht", erzählt der IT-Projektleiter weiter. Der Familienvater empfindet die Infrastruktur der Stadt als ideal. Es gibt im Vergleich zur Großstadt nur wenig Verkehr, viele freie Parkplätze, kurze Wege und ganz viel Grün. Das Straßenbahn- und Stadtbus-Drehkreuz hat Rico hier direkt vor der Nase. Zudem gibt es zahlreiche Geschäfte zwischen Kopfhaus und Neundorfer Straße. Genau deshalb hat sich der 45-Jährige hier seinen Traum erfüllt und in guter Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde sowie der Sparkasse Vogtland die Altbausubstanz mit neuem Leben erfüllt.
Türen und Treppe
im Originalzustand

Während im Erdgeschoss auf 161 Quadratmetern eine Praxis einzieht und darüber Familie Swiatkowiak auf 166 Quadratmetern zu Hause ist, werden die 147 Quadratmeter im Dachgeschoss ab April vermietet. Prunkstück dieser Wohnung mit herrlichem Rundumblick ist das 70 Quadratmeter große Wohnzimmer. Interessenten können sich noch melden unter 0172-5294766.
"Alle Beteiligten
haben toll geliefert"

Der schöne Vorgarten in der Bärenstraße 2 wird bald aufblühen. Genau dann ist auch das Gebäude vollständig saniert. Nach 135 Jahren erstrahlt die Villa der Textilfabrikanten Pessler dann in neuem Glanz. Swiatkowiak, der bereits eingezogen ist, freut sich vor allem über die riesigen Originaltüren aus schwerem Holz. Auch die im Urzustand erhaltene Treppe sorgt für wunderbaren Charme. Der Bauherr hat ausnahmslos regionale Handwerksbetriebe beauftragt. Trotz Coronapandemie und etlicher Einschränkungen lief auf der Baustelle alles nach Plan. Im Mai 2016 befasste sich Swiatkowiak zum ersten Mal ganz konkret mit dem Gebäude. Im Dezember 2018 hatte er alle Verhandlungen abgeschlossen und die Finanzierung durch die Sparkasse Vogtland war ebenso gesichert. Es kam zum Kauf und im Juli 2019 erfolgte der Baustart. "Alle Beteiligten haben toll geliefert", formuliert der Bauherr ein herzliches Dankeschön.
Und nun stellt sich für manchen Leser sicher die Frage, in welchem Zusammenhang er den Namen Swiatkowiak schon mal gehört hat. In der Tat ist Rico der Sohn des in Plauen bestens bekannten Tanzstunden-Lehrerpaares. Papa Manfred ist leider verstorben. Gisela Swiatkowiak darf derweil recht stolz sein auf ihren Sohn sein.