Historie in Gegenwart tragen

Die Historie der Kunstschule für Textilindustrie zwischen 1877 und 1945 ist als Sonderausstellung im Vogtlandmuseum zu sehen.

Von Stephanie Rössel

Plauen "Wir sind wild entschlossen, die Geschichte der Kunstschule in die Gegenwart zu tragen", verkündete Kulturbürgermeister Steffen Zenner zur offiziellen Eröffnung am Sonntag.
Einige bekannte Namen seien aus dieser Talenteschmiede hervorgegangen, die auch entscheidenden Einfluss auf die Innovation der Plauener Spitze hatte. Eigentlich sei es eine Kunstgewerbeschule gewesen, die sich damals jedoch nicht so nennen durfte. Viele Aufzeichnungen seien im Krieg verloren gegangen. Die Ausstellung, die gemeinsam mit dem Kunstgewerbemuseum Dresden durchgeführt wird, basiert darauf, dass in Plauen sämtliche Entwürfe vorhanden sind, die bei der Zerstörung der Schule 1945 bereits ausgelagert waren. Dazu kommen die Spitzen, die in Pillnitz archiviert wurden. Diese Gegenüberstellung wird ergänzt von Modefotos und Vorlagenmappen, die schon damals Schülerinnen und Schülern als Inspiration zur Verfügung standen. Viele Menschen haben im Vorfeld mitgearbeitet. Festgehalten ist all dies in einem Katalog, der in hochwertiger Form im Sandstein Verlag erschienen und für 24 Euro auch im Museumsshop erhältlich ist. Neben dem Direktor des Vogtlandmuseums, Dr. Martin Salesch, waren auch die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, der Direktor des Kunstgewerbemuseums, Thomas A. Geisler, sowie die Kuratorinnen Ute Thomas und Kerstin Stöver zur Eröffnung anwesend und fanden einleitende Worte. Die Entwürfe werden in dieser Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und werden anschließend ab Mai 2021 in Pillnitz gezeigt.