Hippe Klänge im Dance-Camp

Hippe Klänge und flotte Moves gehören zum Dance-Camp 2020 in der Jugendherberge "Alten Feuerwache" dazu. Angereist sind 18 Mädchen und ein Junge, die Spaß daran haben, den Körper rhythmisch in Bewegung zu bringen.

Von Marlies Dähn

Plauen - Tim kommt aus Leipzig, ist 12 Jahre jung und strahlt Ruhe aus. Ihn hebt es nicht an, dass er sozusagen Hahn im Korb ist unter 18 Mädchen. Geht die Musik an, gibt es für Tim kein Halten. Füße und Arme bewegen sich wie von alleine. Den groovenden Rhythmus hat er einfach im Blut. Dabei hätte Tim die Wahl gehabt, kurzfristig zu wechseln zum vorwiegend von Jungs besetzten Kurs. "Er wollte bleiben", sagt Kursleiterin Cassy Wettengel und lächelt energiegeladen. Gleich bringt sie Schwung in ihre Truppe. Der Veranstaltungsraum unterm Dach der Feuerwache ist zum Ballettsaal geworden. Eine Woche lang wird straff trainiert vor der großen Spiegelwand: Hip Hop bei Cassy, eine eigene Choreografie und danach Breakdance bei Simon.
Simon ist ein 17-jähriger Abiturient und kommt aus Chemnitz. Er ist als Kursleiter zum zweiten Mal in Plauen dabei, will Lehramt studieren mit Ethik und Sport, vielleicht nebenher eine eigene Tanzschule in Chemnitz aufbauen und er ist Teil der erfolgreichen Tänzer rund um die Chemnitzer "The Saxonz".
Cassy Wettengel wiederum, die ausgebildete Plauener Tänzerin, bietet diesen Ferienkurs seit vier Jahren an, der über die Jugendherberge gebucht werden kann. Die Plätze sind begehrt. Es gibt Wartezeiten und viele der Mädchen, die schon einmal hier waren, wollen wiederkommen.
Im Sommerkurs 2020 haben sich Ella, Marietta, Romy, Lilly, Leo, Luisa, Saskia, Vivian, Alexa, Helena, Anna, Theresa, Adelene, Mara, Lotte aus Leipzig, Cecila, Mathilda, Lotte aus Radebeul und Tim eingeschrieben.
"Für mich passt hier alles", sagt zum Beispiel Lotte aus Leipzig. Die Elfjährige ist mit die jüngste Kursteilnehmerin im Team der Tänzer. Hip Hop und Breakdance liebt die Schülerin sehr, die nach den Ferien die sechste Klasse besuchen wird. Im letzten Sommer besuchte sie bereits ein Tanzcamp. Allerdings in Naumburg. "Dort war es nicht so cool, wie hier in Plauen", findet das Mädchen. Bereits seit der zweiten Klasse tanzt sie im Ballett zweimal in der Woche. Auch für die Schauspielerei interessiert sie sich. Eigentlich wollte Lotte schon 2019 in Plauen am Start sein. "Da gab es keine freien Plätze mehr", sagt Lotte und freut sich, dass es trotz Corona in diesem Jahr geklappt hat.
Zum Dance Camp gehört auch Freizeit, wie Kinobesuch oder ein Freizeittag im Freibad. Erstmalig in diesem Jahr werden die Camp-Teilnehmer auch ein Dance-Logo kreieren. Das dient dann als Vorlage für ein T-Shirt, das in der Galerie Art Collectiv in der Plauener Friedensstraße 77 gemeinsam gefertigt wird. Mit einer kleinen Choreografie überraschen die Kursteilnehmer dann am kommenden Samstag Elter, Freunde und Bekannte. Verhandelt wird noch, ob die Vorführung im Innenhof der Jugendherberge "Alte Feuerwache" oder doch noch auf der Kleinen Bühne am Theater Plauen stattfinden kann.
Bis dahin übt sich Kursleiter Simon noch in Geduld. Auch er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Das unterschiedliche Leistungsniveau seiner Teilnehmer behält er im Blick. "Meine Choreografie richte ich nach den Teilnehmern aus. Sie wächst quasi mit den Fortschritten, den jeder Einzelne der Gruppe zeigt", erklärt er. Bewegen sich die Füße im Rhythmus, kommen die Armbewegungen dran. Coole Moves fügen sich nach und nach zu einem energiegeladenen Gesamtbild. Die Mädchen und Tim haben jedenfalls sichtlich Spaß bei diesem selbst ausgewählten Start in eine aktive Ferienzeit. Im nächsten Jahr sieht man sich vielleicht wieder.