Hingucker in Pausa

Ein Rodeoreiter auf einer sich wild gebärdenden landwirtschaftlichen Maschine, die an einen Traktor erinnert: Die Skulptur "Der Zähmer" wird in Pausa eingeweiht.

Von Jochen Pohlink

Pausa  - Die 760 Kilogramm schwere, verzinkte Stahlkonstruktion trägt die Inschriften "Heimat braucht Bauern" und "Regional statt global" und geht auf eine Idee von Stadträtin Julia Floß aus der Zeit der "Milchkrise" von 2016 zurück. Neben dem Kunstwerk wurde ein Monitor aufgestellt, an dem man sich nach der offiziellen Übergabe am kommenden Dienstag, 13 Uhr vor Ort aktuell über die Entwicklung landwirtschaftlicher Aktivitäten in der Region informieren kann. So ist zu erfahren, wann welcher Hofladen geöffnet hat, was er anbietet.
Landwirte, die sich von der Politik im Stich gelassen fühlten, haben sich 2016 zur Interessengemeinschaft "Heimat braucht Bauern" zusammengeschlossen. Rund 20 Höfe nutzen damals erstmalig die Gelegenheit, um Rohmilch ab Hof zu verkaufen und mit Kunden ins Gespräch zu kommen.
Unter dem Motto "Erzeuger trifft Verbraucher" versucht die Initiative "Heimat braucht Bauern" den Dialog zwischen Landwirten und Bürgern zu stärken und miteinander anstatt übereinander zu reden.
Ziel: Mehr gegenseitiges Verständnis, Ersetzen von Meinungsmache durch Fakten und Vernetzung von Bauern und Bevölkerung. Denn regionale Wirtschaftskreisläufe sind im Interesse des Umweltschutzes. Sie garantieren sichere Lebensmittel und die gesicherte Existenz von einheimischen Landwirtschaftsbetrieben.
Welche Reichweite die Initiative erreicht hat und dass es Menschen gibt, die sich mit dem Berufsstand Landwirt auseinandersetzen, zeigt das Projekt "Moderne Kunst trifft auf ländlichen Raum - ,Der Zähmer‘" der Leipziger Künstlerin Carolin Okon. Ihr Beitrag soll anregen, umzudenken, nachzudenken, mitzudenken… "Ich verstehe nicht, warum mancher Supermarkt Fleisch aus Italien anbietet. Es wäre doch v iel besser, Produkte der Bauern aus der Region zu verkaufen. Das schützt die Umwelt und stärkt die Region", sagt die 46-Jährige. Zum Hintergrund: Im August 2018 hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft den simul+ Wettbewerb - Ideen für den ländlichen Raum ausgelobt. Gefragt waren Ideen zur Gestaltung l(i)ebenswerter Gemeinden sowie kreative Konzepte zur Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens und Zusammenhalts im ländlichen Raum. In der Kategorie Kunst, Kultur, Identität auf dem Land gewann das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e. V. (SLK) mit seinem Wettbewerbsbeitrag "Blickpunkte - Kunst im ländlichen Raum". Die hierbei entstanden Arbeiten sollen nicht nur Blickfang im Ort sein, sondern zum Nachdenken über Werte, Lebenseinstellungen und soziale Beziehungen anregen.