Hilfspolizist "Knöllchen-Felix" zeigt Plauens Parksünder an

Wer falsch parkt, muss sich vor "Knöllchen-Felix" in Acht nehmen. Der Plauener zeigt Parksünder bei der Stadt an - bis zu 40 Autofahrer pro Woche.

Plauen - Wieder einmal ist Plauen in aller Munde und wieder einmal schafft das die Spitzenstadt mit einem skurrilen Thema statt mit guten Nachrichten frei nach dem Motto "bad news are good news". Ein junger Mann erweckt mit seinem "Hobby" landesweit Interesse bis in die Redaktionen von TV-Boulevardsendungen.

Ein Team von RTL filmte jetzt den "Knöllchen-Felix". Der ältere Mann eilt noch schnell an sein Auto, öffnet seinen Wagen und fährt weg, er stand im Parkverbot gleich unterhalb des Klostermarktes. Genutzt hat es ihm wohl nicht. Felix R., der selbst ernannte Knöllchensammler, hat schon wieder zugeschlagen. Er hat das Fahrzeug mit seiner kleinen Digitalkamera fotografiert, um das Corpus Delicti sobald als möglich der Bußgeldstelle beziehungsweise dem Ordnungsamt im Plauener Rathaus mitzuteilen, sprich den Fremden anzuzeigen.

Die Frage stellt sich: Ist Felix einer vom Ordnungsamt, darf er das? "Ich laufe in der Stadt herum und schaue wo Autos falsch geparkt sind, halte das fest und zeige es an", sagt der junge Mann, er ist um die 20 Jahre, in die Kamera eines Fernsehteams des Privatsenders RTL, für die "seine Story" ein gefundenes Fressen ist. Sie Zeichnen für "Explosiv" und "Punkt 12" auf. Das Team scheut keinen Aufwand.

Zwei Mal in zwei Wochen je zwei Tage weilen die drei Männer um Reporter Felix Reichstein, um Felix aus Plauen in Szene zu setzen. Auch bei der Szene am Klostermarkt ist das Team dabei, hält drauf, während Felix in schwarzem, langem Mantel mit halblangem schwarzen Haar und zufriedenem geradezu stolzem Lächeln "seiner Bürgerpflicht" nachgeht, denn wer kommt schon mal ins Fernsehen.

Dem Team des Senders erzählt er, dass er oft abends, wenn keine Politessen mehr unterwegs sind, auf Falschparker-Suche ist. Beruflich berichtet der Hilfspolizist Felix dem Reporter bereitwillig, er sei ein Unternehmensberater außer Dienst. Dass er die Schule in Plauen seinerzeit nicht schaffte, weil er in zahlreichen Leistungskontrollen durchfiel, erwähnt er nicht. Ehemalige Schulkameraden beschrieben ihn gegenüber dem Vogtland-Anzeiger als einen außergewöhnlichen, seltsamen jungen Burschen, der mehr als nur Alkohol konsumierte und abstürzte.

Für das Kamerateam fotografiert er an diesem sonnigen Tag am Wochenende mitten in Plauen weiter Parksünder und erntet bei zuschauenden Bürgern Neugier und Kopfschütteln. Ein Mann murmelt: "Da gibt es doch das Sprichwort: Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant." Für Felix R. ist der ganze Hype um seine Person eine zusätzliche Motivation, weiter sündige Plauener und auswärtige Autofahrer im Ordnungsamt anzuzeigen. Hier flattern in der Woche bis zu 40 Fotos von Falschparkern ein. Geld bekommt er dafür nicht, auch keinen Auftrag habe er dafür.