Hexenmeister der E-Gitarre

Von Hagen Hartwig

Auerbach - Jimi-Hendrix-Klänge kamen am Samstag in Auerbachs Göltzschtalgalerie Nicolaikirche zu Gehör. Da ja der große Meister schon lange nicht mehr lebt, übernahmen andere Musiker den Job: Helmut "Joe" Sachse und Heiner Reinhardt standen auf der Bühne. Joe, der "Hexenmeister der Elektrogitarre" und Bassklarinettist Reinhardt faszinierten das Publikum. Tolle Musik, exzellent gespielt - jedoch für ungeübte Ohren etwas gewöhnungsbedürftig.
Helmut Sachse ist tatsächlich ein Sachse. Der 1948 in Mittweida Geborene verdankt seinen Zweitnamen "Joe" dem legendären Jimi Hendrix. "Schon während meines Musikstudiums an der Hochschule Weimar habe ich Hendrix verehrt und oft gespielt. Irgendwann nannten mich dann meine Kollegen Joe. Ist doch auch ein perfekter Künstlername", stellte Helmut Sachse fest. Heute lebt der Mann in Dresden und tourt von dort aus durch die Landen. "Die wilden Zeiten als Jazzer sind für mich ruhiger geworden. Ich mag's jetzt bequem, spiele meine Gitarre im Sitzen und fahre ein bequemes Hybrid-Auto. Das Ding fährt mit Strom, genau wie meine Elektro-Klampfe", berichtet der stets gut Gelaunte. Bassklarinettist Heiner Reinhardt kommt aus Thüringen und ist ebenfalls ein studierter Musikant. Vier Jahre jünger als "Joe" pumpt er noch mit jeder Menge Lungenkraft die notwendige Luft in sein Instrument. "Ich habe auf Jazzfestivals in Europa und Übersee gespielt. Das waren alles tolle Dinger. Doch das Hendrix-Projekt mit Joe ist mittlerweile mein liebstes", berichtet Reinhardt, dem eine enge Freundschaft mit Sachse verbindet. In ihrem Konzert in Auerbach präsentierten Sachse und Reinhardt einen Querschnitt der Hendrix-Songs. Fast bei jedem Titel wichen sie vom Muster ab, improvisierten und schossen jede Menge Energie in die Stücke. Nicht alles klang so, wie man es aus dem Radio kannte, doch dem reiferen Publikum gefiel es. 
Einige jüngere Zuhörer kamen mit dem speziellen Drive der Hendrix-Improvisationen nicht klar. Musikgeschmäcker sind eben doch zu unterschiedlich. Vor allem, wenn Generationen dazwischen liegen.