Herzen mit Liebe zum Handwerk

Lebkuchenherzen sind eine schöne Tradition. Mit viel Liebe werden sie in der Bäckerei Müller in Weischlitz gebacken und verziert. Dahinter steckt eine besondere Geschichte.

Weischlitz - Seit 1918 wird bei Familie Müller gebacken und das nun bereits in der fünften Generation. Viele Rezepte von früher wurden beibehalten. Mit wenig Zutaten und richtigem Handwerk sind Brot und Brötchen nicht nur schmackhaft, sondern auch bekömmlicher als Industrieware.
Zur Weihnachtszeit gibt es natürlich eine große Auswahl an Plätzchen. Diese sind aufwändig dekoriert. "Es ist eigentlich keine schöne Vorstellung, wenn jemand die abends im Dunkeln vor dem Fernseher einfach isst. Wir geben uns ja auch Mühe, dass sie nicht nur schmecken, sondern auch etwas für das Auge sind", sagt Konditorin Antje Bleckwehl.


Die Lebkuchenherzen seien laut Erzählungen unter den Händen ihrer Mutter entstanden. Sie habe in den 70er Jahren neben dem täglichen Backwerk des Vaters die Herzen gefertigt und verkauft, um für die Kinder Weihnachtswünsche erfüllen zu können. Die Herzen sind geblieben. Doch wie jede Generation in der Familiengeschichte etwas Neues eingebracht hat, so hat Erik Müller (32) die Lebkuchenherzen sozusagen reformiert. In seiner Ausbildung zum Bäcker, inzwischen ist er Meister, hat er ein Auslandsjahr in Liverpool absolviert. Dort hat er in einer deutschen Bäckerei gearbeitet. Dafür hat er damals sogar Sauerteig aus dem Vogtland mitgenommen. "Roggenmehl gibt es dort ja gar nicht, aber Deutsche und Belgier, die dort leben, halten an den Brottraditionen fest. Die Einheimischen konsumieren ja zum größten Teil Weißbrot", berichtet er. Dort habe man aber eben auch Lebkuchenherzen gebacken. Nach seiner Rückkehr hat er das Rezept dann hier übernommen. Und da es sich bewährt hat, ist es dabei geblieben. "So hat hier jeder etwas Neues einfließen lassen. Unser Schweizer Brot hat ja auch eine besondere Herkunftsgeschichte", schmunzelt seine Tante Antje. Ihre Urgroßmutter war einst Dienstmädchen im Herrenhaus Kürbitz, als dort noch der Freiherr von Feilitzsch zugegen war. Erzählungen nach stibitzte sie das Rezept damals. Seither wird es in Weischlitz so gebacken. Neben dem beliebten Stollen, der ebenfalls ein Familienrezept ist, gibt es einen weiteren richtigen Verkaufsschlager in der Theke. "Das Zitronatbrot wird so viel gekauft, dass wir mittlerweile lediglich wie bei der berühmten Kirschpraline, lediglich eine Sommerpause einlegen. Ansonsten ist die Nachfrage vom Herbst bis ins Frühjahr so groß", sagt die Konditorin. Zu schaffen machen den Müller natürlich wie vielen die steigenden Preise bei den Zutaten. "Mehl ist fast 30 Prozent teurer geworden, Eier und Milch steigen im Preis, aber auch Importware wie Sesam zum Beispiel", bestätigt Erik Müller. Der Familienbetrieb hofft aber, dass die Menschen die Qualität und das Handwerk einfach mehr zu schätzen wissen.


Die Lebkuchenherzen sind übrigens auch eine tolle Geschenkidee zwischendurch oder zum Nikolaus. Eine Auswahl an besonderen Beschriftungen wie "Schatzi", "Bärchen", "Liebling" oder Aufschriften wie " Du hast es gut du hast mich" sind immer im Laden vorrätig. Persönliche Schriftwünsche werden auch erfüllt und auch Unternehmen oder Vereine nutzen die Möglichkeit der individuellen Beschriftung gerne. In der Verzierung steckt viel Leidenschaft. Die Arbeit ist filigran und zeitaufwändig, aber für die Bäckerei und die Kunden ist es den Aufwand wert, ist sich die Familie einig.

KALENDERBLATT 06

Welcher Verkaufsschlager lockt in der Theke besonders viele Kunden an?
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