Herrenhaus in Kürbitz zu verkaufen

Der Verkauf des Herrenhauses Kürbitz wird öffentlich ausgeschrieben. Angebote sind bis 31. März 2012 möglich.

Kürbitz - Das Nutzungskonzept soll angeben, ob das Gebäude privat genutzt oder teilweise für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden könnte. Dieser Punkt wurde zur Weischlitzer Ratssitzung diskutiert.

Wird eine öffentliche Nutzung benötigt? Während weniger als eine Handvoll Räte der Meinung waren, dass es Bedarf gibt und ein Verkauf nur unter dieser Bedingung erfolgen sollte, sprach sich die Mehrheit dagegen aus. "Wenn wir das zur Bedingung machen, dann könnte es passieren, dass wir den einen oder anderen Interessenten von vorn herein verlieren. Außerdem wäre das für uns vermutlich in Zukunft mit weiteren Investitionskosten verbunden. Natürlich wünschen wir uns eine öffentliche Zugänglichkeit, doch wir können nicht auf diesen Wunsch bestehen. Ich gebe mein Wort, mit jedem Interessenten darüber zu sprechen. Wir haben absolute Entscheidungsfreiheit, was einen Verkauf betrifft. Es muss sich nicht zwingend an dem Höchstbietenden orientiert werden, sondern wir können die Nutzungskonzepte als Grundlage nehmen", sagte Bürgermeister Steffen Raab.

In der letzten nichtöffentlichen Sitzung war ein Gutachten vorgelegt worden, das den Wert des Herrenhaus auf 1 Euro festsetzt - weniger geht leider aus rechtlichen Gründen nicht. Nur wenn in den nächsten Wochen der Reparaturrückstau von 1 134 000 Euro aufgeholt würde, was ausgeschlossen ist, stiege der Wert.

Das Gutachten kann in der Gemeindeverwaltung während der Öffnungszeiten eingesehen oder für 15 Euro erworben werden. Auch eine Besichtigung des Hauses ist in Absprache möglich. Wissen sollten Kaufinteressenten, dass es sich um ein Denkmal nach Denkmalschutzgesetz handelt und in das Objekt bereits Fördermittel geflossen sind. Ein Ausbau verpflichtet also zur Abstimmung mit den Behörden. Neben einem Wege- und Fahrtrecht ist eine Rückfallklausel Bedingung, die vorsieht, dass mit den Sanierungsmaßnahmen für mindestens 150 000 Euro in den nächsten Jahre begonnen wird.

Der Förderverein wurde von Anfang an in die Beratungen einbezogen. Bereits im September hatte die jetzige Vorsitzende ein Nutzungskonzept angekündigt, das bis heute nicht in der Gemeindeverwaltung eingereicht wurde. Ute Böddiker, die zur Ratssitzung anwesend war, wollte sich daran nicht mehr erinnern, kündigte aber an, dass der Verein als potenzieller Käfer auftreten wird. Die Bedenken des Bürgermeisters, dass es schwierig sei, die sechsstellige Summe in den Folgejahren aufzubringen, teilte sie nicht. Ihrem Begleiter kündigte sie an, dass ja nun bis März Zeit sei, Sponsoren zu suchen. sr