Hengstmann Brüder begeistern in Bad Elster

Mit scharfen politischen Analysen entlarvten "Die Hengstmann Brüder" aus Magdeburg die Seifenblasigkeit der deutschen Politik. In ihrem politisch-satirischen Kabarett im König Albert Theater sparten sie im Superwahljahr nicht an Schelte für Aussagen der Politiker aller Couleur und nahmen die Gegensätzlichkeiten aller politischen Gegensätze und Sätze aufs Korn.

"Gegen () Sätze" lautete dazu auch der Titel ihres, mit einer gehörigen wortgewaltigen Schlagkraft und wunderbaren schauspielerischen Würze dargebotene Bühneprogramm. Pointenreich geschmückt klärten die beiden Kabarettisten gnadenlos auf, wer Schuld hat, dass es zum Beispiel statt blühender Landschaften nur ausreichend Enttäuschungen gibt und so platte Sprüche wie "Keinem solle es schlechter gehen" nun blass und blasser werden, wenn man auf den Inhalt schaut.

"Daran merkt man dass es stimmt, dass wir gegen Sätze sind", verkündeten Sebastian und Tobias Hengstmann auf hervorragende komödiantische Weise und analysierten, dass mit der Globalisierung der Zerfall des kapitalistischen Systems unvermeidlich ist und es nicht mehr lange dauern wird, bis es aus dem Grab von Karl Marx tönen wird: "Holt mich hier raus, ich hatte recht!" Nun heißt es "Deutschland sucht den super Staat" mit Dieter Bohlen und dem deutschen Michel als Moderatoren, während die Verstaatlichung der Mächtigen zunimmt und an die soziale Marktwirtschaft nur noch Idioten glauben.

Doch bescheinigen "Die Hengstmannbrüder" den vorbildlichen Deutschen eine zunehmende Steuerredlichkeit, um damit Vater Staat zu unterstützen, wenn er Milliarden an die Banken und Wirtschaftsbosse zahlt, während dem braven Steuerzahler der sehnsüchtig vom Finanzamt erwartete Bescheid als Masturbationsvorlage dient.

"Dabei könnte man heute doch auch schon in einigen Regionen des Westens locker einen Film über den DDR-Osten drehen, zum Beispiel im Ruhrgebiet, das schon so krank ist wie es heißt", frotzelten die Kabarettisten unverblümt. Nach rund zwei Stunden Kabarett vom Feinsten stand für die Zuschauer aber vor allem schon mal fest: Die Hengstmannbrüder sind auf jedem Fall allererste Wahl! S. Adler