Helbigs "Gestaltungsstrukturen"

"Gestaltungsstrukturen" heißt die Sonderausstellung im Vogtlandmuseum Plauen, die seit dem Wochenende einen Überblick der künstlerischen Arbeiten Klaus Helbigs zeigt. Mit der Exposition wird das Wirken des gerade 80 Jahre jung gewordenen Plauener Künstlers und Pädagogen gewürdigt.

Von Frank Blenz 

Plauen Zu sehen sind Werke aus mehreren Jahrzehnten seines Schaffens, bildende Kunst quer durch die Disziplinen, Hingucker inklusive. Allerdings: Die Ausstellungsfläche für Klaus Helbigs Werke ist zu klein. Ein Raum, über den Innenhof zu erreichen, gleich neben dem Eingangsbereich eines Innenhofes als Freiluft-Ausstellungsfläche - das ist wenig für ein Lebenswerk.
Drei Dutzend Exponate schließlich stehen als Zeugnisse für das Künstlerleben von Klaus Helbig, der am Samstag staunte, wie viele Leute zur Vernissage ins Museum gekommen waren. Ein Dutzend Stühle zusätzlich für das Publikum mussten in den Festsaal der zwölf Jahreszeiten herangeschleppt werden, teils von Direktor Dr. Martin Salesch höchstselbst, bis der Museumsdirektor dann die Sonder-Ausstellung "Gestaltungsstrukturen" im Nebengelass des Hauses freigab.
Metall, Textil, Grafik. Sie bilden die künstlerische Welt Helbigs. Als akkurat lassen sich seine Arbeiten bezeichnen, genau justiert, geometrisch, sachlich, mitunter vielleicht etwas zu ordentlich.
Helbigs Ausstellung offenbart zugleich einen Blick in die jüngere Plauener Geschichte und der Kunst des öffentlichen Raumes. Wie oft fuhr man über die Dresdner Straße in die Hammerstraße, vorbei am Stahlbau. Zu sehen war eine Konstruktion aus Stahl, das Zusammenstehen großer Träger. Andere Exponate sind in Foto - und in Echtform ebenfalls zu sehen: Gebäude mit Türen mit Werbeflächen, ausgefeilte Gestaltungsflächen wie das Sportlerbild an der Turnhalle in der Stresemannstraße oder abstraktere Werke wie eine stählern schön gestaltete Eingangstür an der Festhalle. Besagte Tür wie auch andere Arbeiten Helbigs und weiterer Plauener Künstler in den vergangenen 30 Jahren nicht sehr pfleglich behandelt worden. Die Tür gibt es in der Version Festhalle 2.0 nicht mehr.
Klaus Helbig konnte seinen Weg gehen, sein Diplom machen. An der berühmten Burg Giebichenstein in Halle wurde er 1968 Mitglied im Verband Bildender Künstler. Er fand seine berufliche Heimat in seiner privaten Heimat. Künstlerisch und als Lehrender. Lange Jahre war er unter anderem an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg tätig, war eine Station unter vielen.
Klaus Helbig hat enorm viel geschaffen. Im Museum gibt es jetzt einen Raum so groß wie der einer mittleren Verkaufsfläche eines Einkaufszentrums. Der Museumssaal bietet nicht annähernd Platz für so viel künstlerische Wucht. Es lässt ahnen, was da noch im Speicher lagert und gewissermaßen an die Öffentlichkeit drängt. Zu viel bleibt im Verborgenen. Gut, dass nun wenigstens zu sehen ist, was der Raum hergibt. Klaus Helbig ist das Thema Verborgenheit und Kampf um Anerkennung für die Kunst kein Fremdes - als Künstler, Pädagoge, Kunst-Manager, Organisator von Ausstellungen.
Die Sonderausstellung Klaus Helbig "Gestaltungsstrukturen" ist seit dem 1. März bis 19. April im Vogtlandmuseum Plauen zu sehen.