Heiratsantrag in den Rockies

Das ist der Gipfel: Ein Elsterberger hat seiner Angebeteten einen Antrag gemacht: Auf einem Berg in den Rocky Mountains. Beide waren mit dem Fanfarenzug Greiz in Kanada - bei der Weltmeisterschaft der Fanfarenzüge.

Greiz/ElsterbergDer Greizer Fanfarenzug hat bei der WM im kanadischen Calgary vorn mitgemischt - Vierter in der Marsch- und Zehnter in der Showwertung; in der "Drum-Battle" (Trommel-Schlacht") wurden die Vogtländer Dritter und "Dirigent" Robin Vogel wurde gar Vize-Weltmeister der Stabführer; der 24-Jährige hat im Sommer sein Sozialpädagogikstudium erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt waren 30 Bands aus aller Welt angereist.
Das berichtet René Kramer, Pressesprecher des Fanfarenzuges. "Wir haben vom 1. bis 11. Juli an der Weltmeisterschaft der Marsch- und Showbands teilgenommen, die diesmal zeitgleich mit der Stampede in Calgary stattfand, einer Art ,Oktoberfest‘ in der Tradition der Rinderzüchter und Lassowerfer."
Die Stampede habe vor 107 Jahren als Landwirtschaftsmesse begonnen und zähle heute 1,5 Millionen Besucher - bei 1,3 Millionen Einwohnern in Calgary. "An manchen Tagen waren wir 16 Stunden unterwegs", berichtet Kramer.
Der Fanfarenzug Greiz, 1964 gegründet, hat laut Kramer 50 Mitglieder; von den 42 aktiven waren 32 (darunter eine Handvoll sächsische Vogtländer) mit über den Großen Teich geflogen: Fanfarenspieler und Trommler, wobei Mädchen traditionell die Hochtrommel spielen und Jungs die Flachtrommel.
Welches Instrument spielt Kramer? "Ich spiele Musik mit dem Handy: Das Talent hat mich übersprungen und ist bei meiner Tochter Susanne gelandet, die im Fanfarenzug mitmacht", sagt der 50-jährige IT-Fachadministrator, der in Frankfurt am Main arbeitet.
Die Greizer waren erstmals bei der Weltmeisterschaft - qualifiziert hatten sie sich in Polen beim Musikfestival "Alte Kameraden".
In Kanada waren die Vogtländer nicht die einzigen Vertreter aus Deutschland: Auch Musiker aus Straußberg und Dresden, aus Hettstedt, dem Emsland und von der Insel Rügen waren nach Krames Angaben dabei. "Die Potsdamer haben diesmal gefehlt - sie sind sonst das Maß der Dinge."
Neben den WM-Wettkämpfen haben die Fanfarenspieler einiges von Land und Leuten gesehen. Auch ein Ausflug in die Rocky Mountains gehörte dazu.
Und dabei passierte, was Kramer im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger wie folgt beschreibt - und von dem die meisten Bandmitglieder im Vorfeld wussten - nur die Hauptperson nicht:
Die Bandmitglieder Martin Vogel (22) und Denise Zellhuber (20), beide aus Elsterberg, sind nach seinen Angaben seit fünf Jahren ein Paar:  "Er hat seiner Angebeteten bei dem Ausflug oben auf einem Berg einen Heiratsantrag gemacht. Und sie hat ,Ja‘ gesagt." ufa