Heimatverein weist den Weg

Der Oelsnitzer Heimatförderverein hat erneut die Bahnunterführung zum Oelsnitzer Ortsteil Finkenburg renoviert. Bereits vergangenes Jahr hatten die Heimatfreunde dort einen aufwändigen Arbeitseinsatz geleistet.

Doch ein Sprayer nahm die Wegverbindung unter der Bahnlinie Plauen-Bad Brambach immer wieder ins Visier und hinterließ seine unwillkommene Handschrift. Die Vereinsleute ließen sich aber nicht entmutigen und sorgten dafür, dass die Krakeleien schnell wieder verschwanden. Die großflächigen Beschmierungen vom März machten nun statt kosmetischer Behandlung eine größere Aktion nötig. Wie immer begann der Projekteinsatz Samstagvormittag mit einem gemeinschaftsfördernden Frühstück am Einsatzort. Damenleiterin Ines Wild bereitete mit Kaffee, liebevoll geschmierten Schnittchen und saftiger Melone die Grundlage. Die sinnfreien Graffitis verschwanden danach mit Hilfe von Sandpapier und Drahtbürste. Auch der Nachwuchs einiger Mitglieder war mit Eifer bei der Sache. Zweimal musste die Bahnunterführung komplett mit weißer Farbe gestrichen werden, um wieder sauber und hell zu wirken. Wildwuchs wurde im Zug der Arbeiten gleich mit entfernt. Hoffnung keimt beim Verein auf, dass dem Ergebnis diesmal längere Dauer beschieden ist. Das Aussetzen einer Belohnung für Hinweise auf den Schmierer hatte Erfolg. Nach Hinweisen aus der Sprayerszene habe sich ein belastbarer Verdacht auf einen Jugendlichen aus dem östlichen Vogtland ergeben. Anzeige bei Polizei und Staatsanwaltschaft wurde gestellt, ist aus dem Verein zu erfahren. Die Elsterstraße zur Bahnunterführung zeigt, dass der Vandalismus mit Spraydose größere Ausmaße angenommen hat. Großflächig besprüht sind Bahnbrücke und Stützmauer und sogar auf den Steinen zum Eingang des kleinen Stadtparks finden sich die krakeligen Runen.
Neben dem Farbeimer von der Stadtverwaltung erhielten die Einsatzkräfte auch unvermutet Unterstützung. Ein Radfahrer kam des Wegs und erkundigte sich nach den Arbeiten, erzählt Vereinsmitglied Jan Mädler. Schnell wurde aus dem Interesse mehr. Der Mann, der sich als Holger Mönicke vorstellte und eigentlich zum Einkaufen wollte, drehte um und kehrte nur kurze Zeit später in Arbeitskleidung zurück. Der Metallbauer übernahm das Abschleifen und Lackieren des Geländers. "Unser Helfer Holger Mönicke hatte so viel Freude bei der Arbeit mit uns, dass er nun als neues Mitglied in unsere Gemeinschaft aufgenommen werden möchte", berichtet Vereinsvorsitzender Björn Fläschendräger. Die Renovierer staunten zum Schluss nicht schlecht. Die Oelsnitzer Wirtsleute Kathrin und Karsten Thumser brachten einen Eimer voller Stieleis vorbei - bei 32 Grad im Schatten eine willkommene Erfrischung.
Der nächste Projekteinsatz des Oelsnitzer Heimatfördervereins widmet sich am Samstag, 22. August, den Rastplätzen am Julius-Mosen-Denkmal und Haller-Gedenkstein im Röhrholz.