Heimatverein Weischlitz mit Denkmaltag zufrieden

Kloschwitz - Der Denkmaltag im Weischlitzer Ortsteil fiel erwartungsgemäß eine Nummer kleiner aus als andernorts.

 

Dennoch waren die Vorstände des Heimatvereins, Uwe Roth und Martina Kober, zufrieden ob des Interesses für die "Alte Pfarr", das Gebäude hinter der Kirche, in dem einst das Grundmannsche Institut, ein Knabengymnasium, seinen Sitz hatte. Heute sind in der "Pfarr" Wohnungen und der Gemeindesaal untergebracht.

Wer auf der Suche nach Schätzen, nach Ursprünglichem, war, der war in Kloschwitz am falschen Platz. Dort, wo zwischen 1818 und 1851 insgesamt 398 Knaben eine höhere Ausbildung durchliefen, sie später in alle Welt ausschwärmten, wo nach Schließung der Bildungseinrichtung ein Pferdestall, später der Kohlekeller seinen Platz fanden, befindet sich heute der Gemeindesaal.

In den 1990er Jahren konnte der Raum inklusive eines großen Teils der Außenanlagen auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Hermann Künzel und mit Mitteln der Dorferneuerung saniert werden. "Wir sind glücklich, einen solchen Raum zu haben", so Kober. Neben kirchlichen Veranstaltungen wird der Saal auch für kommunale und private Anlässen genutzt, die Frauengymnastikgruppe stählt sich dort, lange Zeit nutzte der Kobitzschwalder Chor den Ort für Proben. Am Sonntag waren es eher Fotos und Schriftstücke, welche zu Betrachten und Lesen einluden. Martina Kober beantwortete Fragen.

Karl Friedrich Grundmann (1793-1850), Sohn armer Webersleute aus Plauen, konnte dank Gönnern am Plauener Lyzeum lernen und in Leipzig Theologie studieren. 1818 übernahm er die Kloschwitzer Pfarrstelle und gründete das Institut in den Pfarrgebäuden. Ziel der Anstalt war das eines "Progymnasiums" bis Untertia oder Obertia in Deutsch, Latein, Griechisch und Französisch. Das Institut erfreute sich des besten Rufes. Nicht selten schickten ehemalige Zöglinge ihre Söhne zu Pfarrer Grundmann. Während der Schülerbestand im Internat in den ersten Jahren zwei bis drei betrug, waren es später durchschnittlich zehn bis zwölf Knaben. Die Anstalt wuchs, neue Gebäude mussten gebaut werden. Der Gasthof wurde zu Lehrerwohnungen, Schulräumen und einem großen Betsaal umgewandelt. 29 Lehrer und der Kirchschullehrer der Umgebung gehörten zum Personal.

Frühzeitig und konsequent wandte sich Grundmann der körperlichen Ertüchtigung seiner Zöglinge zu - nicht zuletzt wegen seiner herzlichen Beziehung zur Plauener Familie Heubner. Ein Übungsplatz und ein Gymnastikraum wurden auf dem Pfarrberg errichtet. Mit dem Tod Grundmanns starb auch das berühmte Knabeninstitut.  ctm