Heidans Idee vom mietfreien Wohnen in Plauen

Plauen - "Hoch erstaunt" zeigt sich der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Heidan, "wie gerade junge Stadträte, wie Benjamin Zabel oder Constantin Eckner mit der Keule der Verhinderung" auf ihn eingeschlagen hätten. Heidan hatte vorgeschlagen, junge Plauener in leer stehenden Gebäuden mietfrei wohnen zu lassen.

 

"Offensichtlich haben sie noch gar nicht begriffen, in welcher Situation viele Vermieter stecken. Wir müssen neue Wege überlegen und auch ein Wagnis eingehen, um den ruinösen Leerstand abzufedern", kontert Heidan in seinem Schreiben. Es könne doch nicht schlecht sein, wenn in Stadtgebieten jungen Leuten die Möglichkeit zum späteren Erwerb von Wohnraum gegeben werde und diese anfangs nur die Betriebskosten, oder einen geringen Mietsatz zahlen müssen, wirbt er für seine Idee. Von jungen Stadträten hätte er sich soviel politischen Anstand gewünscht, dass sie erst einmal das Anliegen hinterfragen und dann urteilen, schießt der langjährige Abgeordnete gegen den politischen Nachwuchs außerhalb der eigenen Partei. Und weiter: "Wahrscheinlich haben sie sich aber in der kurzen Zeit schon an den warmen Stadtratsstuhl gewöhnt, dass sie für neue Ideen gar keine Zeit mehr haben."

Heidan will nach Rücksprache erreichen, dass in ausgewiesenen Stadtteilen, welche zukünftig Bestand haben sollen, sowohl in kommunalen Eigentum, als auch in Privateigentum befindliche Häuser einer Nutzung unterzogen werden und somit dem Verfall vorgebeugt wird. Ob dabei das Bausparmodell zum Tragen kommen könne, sei noch zu prüfen. Heidan abschließend: "Mir ist wichtig, dass die Eigentumsrate in der Stadt erhöht wird und junge Familien eine Chance mehr erhalten dieses zu generieren." Ein Gespräch mit einem Vermieter habe Interesse gezeigt an derartigen Überlegungen und erste positive Reaktionen gebracht. "Nichts machen, bedeutet Stillstand und warten bis andere etwas tun, ist mir zu wenig, ich gehöre noch nicht zur Generation der Murmeltiere", so Heidan selbstbewusst.

Zu diesem Thema bat der Vogtland-Anzeiger auch die Stadtverwaltung um eine Stellungnahme. Oberbürgermeister Ralf Oberdorferf hällt mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Eigentlich sei die Geschichte es nicht wert, vom OB kommentiert zu werden. Schließlich könne Heidan nur von seinem eigenen Wohnraum sprechen und wenn er davon Zimmer abgeben möchte, ist ihm das unbenommen. Schlechterdings unmöglich aber sei es, über den Wohnraum anderer befinden zu wollen. Welchen Sinn es mache, junge Menschen die bisher Miete zahlen, mietfreie Wohnungen anzubieten mit der Folge, dass die bisherigen dann leer stünden, könne er nicht nachvollziehen, so der OB. Und abschließend: "Ich habe den Vorschlag intellektuell noch nicht durchdrungen."    tp