Heftiger Streit um Brutzelstub?

Morgenröthe-Rautenkranz - Die Bauarbeiten für den Parkplatz am Raumfahrtmuseum können beginnen. Der Gemeinderat vergab in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag an die Firma Phönix-Bau Aue, die mit einer Summe von 951 950 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte.

 

In zwei Bauabschnitten soll in diesem und im nächsten Jahr die gesamte Fläche vom Bahnhof bis zur Ausstellung attraktiv gestaltet werden. Die Gemeinde erwartet Fördermittel in Höhe von 630 000 Euro. Am 2. Juni sollen die Bauarbeiten beginnen.

Doch damit hat Gerhard Schone, der Betreiber der Brutzelstub? auf dem Parkplatz, ein Problem. Er wurde aufgefordert, Baufreiheit zu schaffen und seinen Imbiss umzusetzen. Darum wurde er bei den Gemeinderäten vorstellig. Für ihn ist ein Umsetzen des Imbissgebäudes zu aufwendig. Er möchte, dass seine "Bude" stehen bleiben kann. Das Fundament hält er für tragfähig und die Firma könnte "drum herum alles machen". In der "heißen Phase", würde er seine Verkaufseinrichtung dann lieber für drei bis fünf Wochen schließen. Er meint, dass der Verlust nicht so groß wäre, wie die Kosten für das Umsetzen des Häuschens.

Die Auseinandersetzungen mit Gerhard Schone haben schon im vergangenen Jahr begonnen. Im Dezember wurde er aufgefordert, einen Entwurf vorzulegen, wie die Imbissstube nach den Bauarbeiten aussehen könnte. Mit dem Parkplatzbau werden Wasser- und Stromanschluss endgültig richtig verlegt. Herr Schone ist bereit, als Pächter die Anschlusskosten zu tragen. Die billigste Variante eines massiven Standortes würde mindestens 70 000 Euro kosten. "Wer soll das bezahlen?", fragte Gerhard Schone. Die eindeutige Antwort lautete: Der Betreiber. "Da wird die Wurst aber teuer.", warf Steve Schone ein.

Die Gemeinde sieht sich jedoch nicht in der Lage an dieser Stelle zu investieren. Bürgermeister Konrad stahl betonte, dass es ihm trotz erheblicher Mühen, nicht gelungen sei, für einen Kiosk Fördermittel aufzutreiben. Gerhard Schone machte dem Gemeinderat heftige Vorwürfe und beklagte mangelnde Unterstützung: "Man bekommt nur Knüppel in den Weg geworfen."

Er möchte auf jeden Fall an dem Standort fest halten. Die kleine Gastronomie soll seinem Sohn Steve eine gesicherte Existenz verschaffen. Darum wäre es den Schones am liebsten, sie könnten mit der Gemeinde einen Vertrag abschließen. Das wiederum wollen die Gemeinderäte nicht. Sie fühlten sich von den Vorwürfen angegriffen und betonten, dass von Beginn an klar war, dass der Kiosk nur provisorisch auf dem Parkplatz steht und beim Bau versetzt werden muss.

Auf der Wiese neben dem Satellitenpark könnte das Häuschen stehen bleiben und auch die Bauarbeiter versorgen. Schließlich zeigten sich die Gemeinderäte kompromissbereit. Nun soll die Baufirma entscheiden. Wenn keine zusätzlichen Kosten entstehen und alles ordnungsgemäß abgesichert wird, will man Familie Schone entgegen kommen und die Brutzelstub" gewähren lassen.  ro