Haushalt nach "Streich"-Konzert

Weischlitz  - Beinahe wie ein exotisches Gericht mutete es an, wie Bürgermeister Steffen Raab zur Ratssitzung das Zustandekommen des Haushaltsplans 2011 darstellte.

 

Den Kochvorgang schilderte Raab am Montag: Die 1954 Einwohner der ehemaligen Gemeinde Burgstein wurden den 3437 Einwohnern aus Weischlitz zugefügt. Beider Finanzen wurden gemixt. Ebenso die Ausgaben-Wünsche für das laufende Haushaltsjahr. Dann wurden all diese Zutaten zusammengegossen. "Unten kam eine große rote Zahl raus. Das heißt, die Wünsche waren größer als das zur Verfügung stehende Geld."

Ein aufwändiges "Streich"-Konzert durch die Kämmerei der Gemeindeverwaltung begann. Mehrfach traten die Gemeinderäte diesbezüglich nicht öffentlich zusammen. Dann war es geschafft, die Ausgabepositionen gedeckt, der Haushalt ausgeglichen. Wenngleich alle Ausgaben nur mit Zuhilfenahme von 197 000 Euro aus der Rücklage, dem "Sparschwein" der Gemeinde, bestritten werden können, steht der Weischlitzer Gesamthaushalt auf relativ sicheren Füßen.

Die angesparte Rücklage sinkt zwar voraussichtlich auf 606 000 Euro, doch angesichts einer vorgeschriebenen Pflichtrücklage von 101 000 Euro besitzt Weischlitz noch ein gutes finanzielles Polster. "Es können immer wieder unvorhergesehene Ausgaben wie Steuerrückzahlungen kommen." Über Dies ist Weischlitz in der beneidenswerten Lage, im Verwaltungshaushalt einen Überschuss von 374.000 Euro zu erwirtschaften, der in den Vermögenshaushalt überführt werden kann.

Annähernd die Hälfte der Summe wird zur Kredittilgung verwand. Für Investitionen stehen immerhin noch knapp 190.000 Euro zur Verfügung. Sofern es im Laufe des Haushaltsjahres keine größeren Abweichungen von den Planzahlen gibt, sinkt auch die Pro-Kopf-Verschuldung der Kommune von jetzt 750,55 Euro auf 710,44 Euro.  ctm