Haus aus Holz

Die Bürgerinitiative hat den Steinbruch bei Kloschwitz verhindert. Jetzt schützt sie dort die Natur und träumt von einer Feldscheune. Für den Traum wurden 12.000 Euro gespendet - in drei Wochen.

Kobitzschwalde/Rößnitz - "Die Feldscheune soll auf unserer Streuobstwiese zwischen Kloschwitz und Rößnitz entstehen, komplett aus Holz, aus Lärche oder Eiche", sagt Peter Luban, Chef der Bürgerinitiative zum Schutz der Natur und Umwelt von Gold- bis Rosenbach. Das Gebäude - 8,5 Meter mal 5,2 Meter - solle Platz bieten für Arbeitsgeräte und die Früchte, die auf der Streuobstwiese wachsen.
Mittlerweile stehen auf den 3,5 Hektar laut Luban 220 Bäume wie Kirsche und Apfel, Birne und Pflaume. "Allesamt alte sächsisch-böhmische Obstbäume, die es nicht im Handel gibt und die in vielen Fällen zu lange vergessenen Arten zählen, eine Art Gendatenbank für Obstbauern. Die Bäume sind unsere Zukunft, ein kleiner Paradiesgarten."
Luban zufolge dauere es zwar noch einige Zeit, bis die Bäume voll tragen. "Aber wenn jeder Baum nur einen Zentner Obst liefert, brauchen wir Lagerraum. Dafür ist die 44 Quadratmeter große Scheune gedacht, die auch Gerätschaften für Imker aufnehmen soll."
Luban nennt Handwerker der Umgebung, die signalisiert haben, beim Bau zu helfen: Sägewerk Witt in Leubnitz, Baufirma Gerd Geisler aus Eichigt bei Rößnitz, Tischler Thomas Fritzsch aus Rößnitz. "Auch das Landesamt für Natur und Umwelt unterstützt uns. Zudem ist uns die benachbarte Agrargenossenschaft Kröstau wohlgesonnen und die beiden Gemeinden Weischlitz und Rosenbach begrüßen ebenfalls unsere Pläne."
Der Verein brauche 35.000 Euro und wolle bis Ende des Jahres 25.000 Euro sammeln - vom 12. Oktober bis 3. November seien 12.000 davon eingegangen. "Jetzt am Samstag wollten wir mit einem Fest den Baum des Jahres pflanzen, die Robinie, und die Pflanzung unserer Fruchthecke vollenden. Und zudem wollten wir für weitere Spenden werben. Doch daraus wird nichts wegen Corona", sagt Luban.
Die Einschränkungen wegen der Pandemie dürften eine Weile anhalten. "Unsere Veranstaltungen brechen weg, uns fehlt der Kontakt zu den Leuten, die Gespräche mit den Bürgern. Trotzdem bleiben wir optimistisch." Um das Spendenziel zu erreichen, startet der Verein eine Crowdfunding-Aktion über EcoCrowd, die Plattform der Deutschen Umweltstiftung. Außerdem wolle man 200 große Firmen anschreiben.
Jedenfalls steckt der Verein nach Lubans Bekunden seine ganze Kraft in die Sammelaktion, ein Verein der mehr als 300 Mitglieder hat und in vier Arbeitsgemeinschaften gegliedert ist. Aber warum soll die Scheune ganz aus Holz bestehen? "Die Scheune hätte Modellcharakter. Wir wollen auch andere animieren, unserem Beispiel zu folgen", erklärt der Vereinsvorsitzende. ufa
www.ecocrowd.de/projekte/feldscheune-streuobstwiese