Haus 3 für Corona-Verdachtsfälle

"Was geschieht, wenn ich plötzlich krank werde, operiert werden muss? Kann es passieren, dass ich mit einem Corona-Patienten in einem Zimmer liege?" Solche Fragen besorgter Patienten müssen derzeit täglich von den Mitarbeitern des Helios Vogtland-Klinikums beantwortet werden.

Von Gabi Kertscher

Plauen "Ein klares Nein. Sie werden bei uns nach wie vor bestens betreut und haben keinen Corona-positiven Bettnachbar", stellt Dr. med. Oliver Schilling, Ärztlicher Direktor des Klinikums, klar.
Bereits im Februar dieses Jahres wurde am Klinikumr ein Krisenstab ins Leben gerufen. Die anfangs täglichen Besprechungen dienten der Information zu den aktuellen Regelungen und wie diese im Klinikum umgesetzt werden können. Die Lage habe sich entspannt und die acht bis zwölf Fachkräfte treffen sich jetzt noch drei Mal wöchentlich.
Bereits Anfang März wurde eine spezielle Infektionsstation eingerichtet. Das gesamte Haus 3 dient seit dem 16. März als Infekt-Rettungsstelle. Es war eine logistische Herausforderung. "Wir benötigten eine komplett neue Infrastruktur. Neue Betten, Internet und die gesamte Einrichtung einer Station wurde angeschafft. Dank der schnellen Reaktion der Plauener Mediziner sind im gesamten restlichen Klinikum keine Corona-Fälle aufgetreten. Jeder, der Anzeichen der Erkrankung hat oder mit Erkrankten in Kontakt kam, wird zunächst im Haus 3 betreut. Das sind täglich zwischen zehn und 30 Patienten. "Etwa fünfzig Prozent werden aus medizinischen Gründen stationär aufgenommen", erklärt der Chefarzt der zentralen Notaufnahme Matthias Wißgott. Er ist auch Leiter der Corona-Station und berichtet, dass die Patienten als erstes nach Einlieferung einen medizinischen Mund-Nase-Schutz bekommen und sich gründlich desinfizieren müssen. Dann erst werde der Bluttest gemacht und eventuell geröntgt. Bis das Ergebnis nach 24 Stunden vorliegt, kann man wieder nach Hause. "Natürlich in Quarantäne." Sollte der Infizierte stationär aufgenommen werden, verlässt er die Station nicht. "Wir haben hier alles, auch die Röntgenapparate." Lediglich bei Komplikationen muss auf die Intensivstation verlegt werden. Auch hier ist die Trennung zu anderen Patienten möglich. Das Pflegepersonal wurde eingehend geschult, ließ die Leiterin der Krankenhaushygiene Dr. med. Claudia Wetzel wissen. Es sei nicht einfach, alle Regeln einzuhalten. Bei jedem Betreten der Krankenzimmer muss die Schutzkleidung angezogen werden. "Und wenn es nur die Flasche Wasser ans Krankenbett ist."
In jeder Schicht sind drei bis vier Schwestern im Einsatz. Im Haus 3 stehen 32 Betten für stationäre Aufnahme bereit. Im Moment sind alle frei. Zusätzlich sind Intensivbetten reserviert. Sollte es notwendig werden, kann die Zahl unproblematisch verdoppelt werden. Es wurden farblich getrennte Bereiche eingerichtet. Gelb ist für die Verdachtsfälle vorbehalten, und die Zimmer im roten Bereich werden für nachweislich Corona positive Patienten genutzt. Die Mediziner wiesen nochmals darauf hin, dass das Tragen von Mund-Nase-Schutz im Inneren des Vogtland-Klinikums Pflicht ist. Auf dem Klinikgelände jedoch kann der Schutz abgenommen werden. Claudia Wetzel bekräftigte, dass dies allerdings nur mit ausreichendem Abstand zu anderen Menschen gilt. Der Schutz sei äußerst wichtig, handelt es sich bei dieser Erkrankung doch um eine Tröpfcheninfektion.
Das gesamte Klinikpersonal des Helios Vogtland-Klinikums Plauen ist stolz auf seine Ergebnisse beim Eindämmen der Pandemie. Innerhalb des Klinikums sind keine Fälle aufgetreten. Der normale Betrieb ist während der gesamten Zeit fortgeführt worden. Es mussten keine dringend notwendigen Operationen verschoben werden.