Hanf breitet sich im Vogtland aus

Syrau - Im Plauener Landwirtschaftsamt gibt es mehrere Anfragen zu einem Hanf-Feld in Syrau. Die Behörde gibt Entwarnung. Autos bleiben beim Vorbeifahren kurz stehen, Touristen machen Fotos und vor allem Jugendliche bekommen große Augen und fragen sich: Wächst hier Hanf?

Ja, aber für eine berauschende Stimmung wird der Hanf, der auf mehreren Hektar rund um der Windmühle in Syrau gedeiht, nicht sorgen. Höchstens der Wind rauscht durch die Pflanzen. Auf dem Feld handelt es sich ausschließlich um Nutzhanf, sagt René Kolbe von der Agrarproduktions- und Handels GmbH Plauen (AHP). Eine Besonderheit sei, dass es sich hier um Öko-Hanf handelt. 

Die Kulturpflanze breitet sich im Vogtland seit einigen Jahren wieder aus. Aktuell wird im Vogtland auf einer Fläche von fast 40 Hektar Hanf angebaut, teilt Gunther Schwarze vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft in Plauen mit. Nachdem es lange ruhig um den Hanf-Anbau war, nehme die Anbaufläche wieder zu, so der Experte. Der Hanfanbau ist im Vergleich zur gesamten bewirtschafteten Fläche im Vogtland von rund 56 900 Hektar aber eher gering. Nur Landwirte sind berechtigt, Cannabis auf Feldern anzubauen. Ausgesät werden dürfen dabei nur Pflanzen, die den Rauschmittelanteil von 0,2 THC nicht überschreiten. Diese Sorten sind zur Erzeugung von Haschisch und Marihuana nicht geeignet. Teile der Pflanze zu trocknen sei demnach sinnlos, "da muss man es sich anders schön machen", meinte Schwarze. 

Der Hanf bei Syrau wird nach der Ernte technisch zu Fasern und Schäben weiterverarbeitet. Die Fasern wandern unter anderem in die Dämmstoff- und Autoindustrie, erklärt René Kolbe. Die gebrochenen Holzteilchen finden beispielsweise für Tier-Einstreu eine Verwendung. Aus dem Hanfsamen wird zudem Vogelfutter und Öl zum Backen. Die AHP baut nach eigenen Angaben seit 2000 im Vogtland Nutzhanf an.     mar